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28. August 2008

Großes Abenteuer Zeltlager

Abgelegt unter: Urlaub & Reisen — Melanie @ 08:49

Da ich selbst einmal Betreuerin im Zeltlager war, kann ich ein Feriencamp für Kinder nur empfehlen. Im Zeitalter von Computer, Handy & Co. wird es immer wichtiger, dass Kinder auch die Abenteuer der Natur kennenlernen und für zumindest einige Zeit “auf eigenen Beinen” stehen.

 

Im Zeltlager steht natürlich vor allem der Spaß für die Kinder im Vordergrund. Durch die Hintertür schleichen sich aber spielerisch auch Selbstständigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Selbstbewusstsein ein, was die Kinder in Ihrer geistigen, sozialen und emotionalen Entwicklung stärkt.

 

In Ihrer Zeit auf dem Platz haben Sie gewisse Aufgaben zu erledigen und natürlich auch Regeln zu beachten. Eines der wichtigsten Aufgaben ist das Bewachen der Flaggen. Zu Beginn des Zeltlagers wird ein großer Mast aufgestellt, an dem zwei Flaggen gehisst werden. Eine rosafarbene für die Mädels und eine blaue für die Jungs. Alle Gruppen im Zeltlager werden zur Nachtwache eingeteilt, in der es gilt. 2-3 Stunden in der Nacht am Feuer zu sitzen, die Flaggen zu bewachen und ab und zu den Rundgang am Waldrand zu machen, damit ein “Überfall” vermieden werden kann, in dem man die “Diebe” schon im Vorfeld entdeckt. Natürlich sind die “Diebe” keine Bösewichte, sondern meist liebenswerte Freunde und Bekannte der Betreuer des Zeltlagers, die sich mit dem Ergattern einer Flagge einen Unterschlupf, wie auch eine Kiste Bier oder Cola verdienen wollen und Ihren Spaß daran haben, nachts durchs Dickicht zu streifen und den richtigen Moment abzuwarten, wenn gerade mal wieder Schichtwechsel ist oder eines der Kinder mal nicht aufpasst. Denn hat der Dieb erst einmal die Flagge für sich gewonnen, müssen die Betreuer des Zeltlagers tief in Ihr Portemonaie greifen.

 

Aber die Nachtwache ist selbstverständlich nicht das einzige Abenteuer das man als ein Zeltlagerkind erlebt. Die Betreuer (damals auch meine Wenigkeit) denken sich für jedes Zeltlager, das Jahr für Jahr stattfindet, schon im Vorfeld ein Thema aus, auf das dann aufgebaut wird. Passend zum Thema, werden den Kindern in den Mittagsstunden einzelne Stationen geboten, in denen Sie die unterschiedlichsten Dinge basteln und die skurielsten Aufgaben erledigen müssen. Ganz besonders in Erinnerung geblieben ist mir da das Thema Mittelalter. Jede Gruppe durfte sich selbst ein Thema im Bereich Mittelalter aussuchen. Da gab es die Hofnarren, die Kreuzritter, die Prinzessinnen, die Hexen und die Drachen. Dementsprechend gab es auch passende Kostüme, die man zu bestimmten Spielen oder zeltlagerischen Ritualen stets getragen hat.

 

Auch ein Rollenspiel wurde durchgeführt, in dem mehrere Betreuer verschiedene Stationen im Wald hatten. Die Kinder hatten die Aufgabe, die Prinzessin vom Drachen zu befreien. Dabei mussten Sie im Wald vom Koch erfahren, wo der Schatzsmeister zu finden ist, von dem Sie den Schlüssel für den Käfig brauchten. Der Koch wollte das den Kindern aber erst sagen, wenn sie ihm die Kräuter für seine Suppe beschafften. Diese brauchten Sie von der Magd an der Lichtung, der man aber erstmal helfen sollte, ihre Schleife zu finden. Letzendlich nach langem Erfüllen der Aufgaben und beantworten der Fragen, waren die Kinder an Ihrem Ziel angekommen und mussten den Drachen besiegen und die Prinzessin befreien. Ein super aufregendes Spiel für alle Beteiligten.

 

Aber nicht nur Spiele werden im Zeltlager gemacht, sondern auch für muskalische Unterhaltung ist gesorgt. Unter den vielen Sozialpädagogen ist meist einer dabei, der Gitarre spielen kann. Nach dem gemeinsamen Essen und dem abendlichen Feuerkreis, in der alle Kinder und Betreuer zusammen um ein großes Feuer herum sitzen, werden Kinderlieder, wie “Kasper Hauser” “Streets of London” oder andere Lieder zusammen gesungen, bevor es für die kleinen heißt: “Alle in die Federn” oder “Auf zur Nachtwache”.

 

Alles in allem kann man sagen, dass 10 Tage Zeltlager für Kinder das größte Abenteuer ist, was man Ihnen bieten kann und keinem Kind sollte die Möglichkeit verwehrt bleiben.

21. August 2008

Kinder auch mal machen lassen

Abgelegt unter: Allgemein — Melanie @ 08:33

Die heutige Erziehung der Kinder hat wirklich sehr nachgelassen. Viele Kinder kennen keine Grenzen mehr, machen den ganzen Tag, was Sie wollen und genießen eine schlechte Erziehung. Auf der anderen Seite gibt es auch viele Eltern, die es mit der Erziehung einfach zu gut meinen. “Es gibt keine Schokolade!” “Hör auf in der Pfütze rumzuspielen - du machst dich ganz schmutzuig!” “Räum deine Spielsachen gleich wieder weg, wenn du fertig bist!” “Geh deine Hände waschen, nach dem du den Hund gestreichelt hast!” “Zieh deine Jacke an, es sind gerade mal 25 Grad draussen, aber es ist windig!” Kein Wunder, dass so manch ein Kind nicht zu bändigen ist! Ständig bekommt es gesagt: “Tu dies nicht, tu das nicht - Finger weg von den Sachen!” Neben den normalen Regeln, wann das Kind ins Bett zu gehen hat, wie lange Fernsehen geschaut werden darf und anderen Wichtigkeiten, ist es manchmal auch nicht verkehrt, Kinder einfach mal machen zu lassen.

 

Durch selbstständiges Ausprobieren, wird Ihr Kind schon merken, wo es sich weh machen kann und was passieren kann, wenn es eine bestimmte Handlung begeht. So lernt es am schnellsten, weil es die Folgen einer Handlung nachvollziehen und verstehen kann. Natürlich sollten Sie schon aufpassen, dass Ihr Kind nicht wahrlos die Messer aus der Schublade zieht, aber zumindest sollten Sie dem Kind schon in jungen Jahren auch mal zutrauen, alleine in die Küche zu gehen und sich einen Löffel aus dem Schrank zu holen, ohne dass Sie gleich Angst haben müssen, dass es Ihnen die ganzen Schüsseln aus dem Schrank räumt. Und selbst wenn?! Was kann schon dabei rauskommen, außer, dass Sie die Schüssel später wieder einräumen müssen? Das Kind hat seinen Spaß dabei und kann seine Umgebung erkunden. Was kann schon passieren, wenn Sie Ihr Kind, während Sie kochen auf die Arbeitsplatte setzen und es im Spülbecken mit Wasser spielen lassen, ausser, dass Sie später das feuchte Nass wieder aufwischen und Ihr Kind umziehen müssen? Kinder lieben Wasser und haben einen riesen Spaß daran, mit dem Element zu hantieren. Zudem fördert es die Selbständigkeit, die motorische Entwicklung und die Kreativität. Noch ein Plus: Sie können in Ruhe Ihre Essen zubereiten und Ihr Kind fühlt sich integriert, auch wenn es nicht wirklich zum Kochen beiträgt.

 

Es gibt mittlerweile auch ganz tolle Kindergärten, die sich auf die Entscheidungsfreiheit der Kinder festlegen. In diesen Kindergärten gibt es keine Gruppen, in der jedes Kind seinen festen Platz hat, sondern Arbeitsgruppen, in denen verschieden Bereiche behandelt werden. So gibt es zum Beispiel ein Atelier, in dem die Kinder Wände bemalen dürfen und verschieden Techniken der Malerei kennenlernen. Der Werkraum bietet eine große Auswahl an verschiedenen Materialien, die man durch hämmern, kleben oder Stecken zusammenbringen und eine “Skulptur” entwerfen kann. Auch das sogenannte Labor öffnet für Kinder das kreative Tor. Dort können Sie mit Wasser und andere ungiftigen Substanzen Experimente machen und sich austoben. Da kann auch schon so manches mal der Raum unter Wasser stehen. Aber in solchen Kindergärten werden solche Aktionen zu Liebe der kindlichen Entwicklung akzeptiert und ausgelebt. Möchte man da nicht gerne wieder Kind sein?

 

Natürlich brauchen Kinder einen festen Tagesablauf, eine gute Erziehung und Regeln, die es zu befolgen hat, aber man sollte schon darauf achten, sich nicht allzu sehr darauf zu versteifen. Schließlich können Sie sich bestimmt selbst noch an Ihre Kindheit erinnern, in der sie vielleicht einiges ausprobieren wollten, es aber nicht durften. Geben Sie Ihrem Kind zumindest in Ausnahmefällen oder bestimmten Bereichen die Gelegenheit, seine Fähigkeiten kennen zu lernen und auszuleben - eine größere Freude können Sie ihm nicht machen!

14. August 2008

Gott, Buddha & Co. - an was soll mein Kind glauben?

Abgelegt unter: Erziehung — Melanie @ 16:52

Vor kurzem hatte der Sohn einer meiner Freundinnen seinen großen Tag - er wurde getauft. Die Tatsache, dass ein Anlass, wie die Taufe eines Kindes etwas für mich darstellt, was einfach dazu gehört, wenn man ein Kind bekommt, hat mich nachdenklich gemacht. So manch einer fragt sich jetzt bestimmt, was es da nachzudenken gibt, aber Fakt ist: Ich bin nicht gläubig! Zwar gehöre ich dem christlichen Glauben an, jedoch nur auf dem Papier - die Kirche besuche ich nur alle 4 Jahre mal, wenn man wieder eine Hochzeit oder eben eine Taufe ansteht.

 

Da die Taufe aber ein christliches Ritual ist, hat es mich doch sehr gewundert, dass dieses und auch andere Traditionen, wie das Heiraten in der Kirche oder das Feiern von Weihnachten einfach zu meinem Leben dazugehören. Schon früher in der Schule war es einfach ganz normal, entweder zum Katholisch- oder Evagelischunterricht zu gehen und dort meine Zeit abzusitzen, aber hat man mich jemals jemand gefragt, ob ich eigentlich an Gott glaube? Ich kann mich nicht erinnern…

 

Da stellt sich hier die Frage: Brauchen Kinder eine religiöse Erziehung? Sollte man Ihnen von Anfang an einen Glauben “aufdrängen” und eine religiöse Erziehung zulassen? Sei es nun, weil man selbst gläubig ist oder weil das Kind einfach die Religion bekommen sollte, die man selbst auch in den Akten stehen hat?

 

Versteht mich nicht falsch, nicht, dass ich etwas dagegen hätte, wenn jemand an etwas glaubt, was einem einen gewissen Halt im Leben schenkt, aber ein Kind sollte selbst entscheiden, an was und ob es überhaupt an irgend etwas glauben möchte. Schließlich gibt es nicht nur den christlichen, sondern auch unter anderen den muslimischen, hinduistischen und buddhistischen Glauben. All diese stehen für verschiedene Werte im Leben und können einen Menschen unterschiedlich prägen. Ist es nicht schöner, wenn Kinder sich aussuchen können, was Ihnen im Leben wichtig ist und “wer” sein Wegbegleiter für die weiteren Jahre sein soll?

 

Doch wann ist der richtige Zeitpunkt, an dem Kinder sich entscheiden können, für welche Religion sie stehen und ob Sie überhaupt einer Religion beitreten möchten? Ich würde sagen, diesen Zeitpunkt kann man nicht festlegen. Irgendwann, wenn ein Kind alt genug ist, die wichtigen Dinge im Leben zu begreifen, kann man sich als Eltern mit Ihnen zusammensetzen und ihm seine Möglichkeiten aufzeigen. Dabei sollte diese Aufklärung nicht wie ein Versicherungsgespräch ablaufen so in der Art: “Entscheide dich für eine Religion - da kannst du das machen und da darfst du das machen!” Es sollte eher spielerisch eingebracht werden. Sei es durch eine Geschichte oder auch eine Erzählung.

 

Zu den religiösen Festen wie Weihnachten oder Ostern ist zu sagen, dass wir Menschen diese Anlässe zu Gesellschaftsritualen gemacht haben, wo Sie auch eigentlich gut aufgehoben sind. Warum soll man Weihnachten aus Anlass der Geburt Christi feiern? Warum Ostern feiern, aufgrund seiner Auferstehung? Kinder erleben diese Feste als ein familiäres Zusammentreffen, an dem lecker gegessen wird, der Weihnachtsmann oder Osterhase Geschenke bringt und freuen sich auf dieses Ereignis. Warum sollte man Kindern diesen Spaß vermiesen?

 

Als Abschluss ist zu sagen, dass man, egal, welcher Religion man selbst angehört oder ob man überhaupt einer Religion angehört, seinen Kindern diese Entscheidung selbst überlassen sollte, schließlich kann sich der eine eben mehr mit Gott und der andere eher mit Buddha identifizieren und als Kind, sollte einem doch zumindest noch diese Entscheidung überlassen sein.

 

 

 

7. August 2008

Kindergartenplätze - eine echte Rarität

Abgelegt unter: Kleinkinder — Melanie @ 09:25

Auch wenn man selbst keine Kinder hat, hat man mittlerweile mitbekommen, dass Kindergartenplätze wohl sehr rar sind. Was soll man denn aber als junge Familie tun? Das Benzin wird immer teurer, die Miete muss bezahlt werden und es wäre halt auch schon mal nicht schlecht jeden Tag etwas zu Essen auf den Tisch zaubern zu können. Doch um dies alles zu erfüllen, können es sich Mütter kaum mehr leisten, nur Hausfrau und Mutter zu sein. Viele Mütter haben zumindest einen 400-Euro-Job, mit dem Sie sich und Ihrer Familie ein kleines Taschengeld dazuverdienen. Hat man aber keine Oma, Tante oder Freundin um die Ecke, die mal eben für ein paar Stunden auf das Kind aufpassen kann, dann sieht man wirklich alt aus, sollte man von den heiß umkämpften Kindergartenplätzen oder auch Krippenplätzen keinen abbekommen haben. Schön schade !!!

 

Zudem ist die Betreuung eines Kindes in einem Kindergarten auch nicht gerade billig und wieder leert sich der Geldbeutel etwas mehr. Je nach Stadt, Land und je nach dem ob katholisch, evangelisch oder staatlich liegen die Gebühren bei einer Betreuung von 8-13 Uhr zwischen 67-100 Euro. Sollte das Kind auch mittags in den Kindergarten gehen oder womöglich auch im Kindergarten essen, wird das Ganze nochmal teurer.

 

Natürlich ist ein Platz im Kindergarten aber nicht nur für die Eltern zum Geldverdienen von Vorteil, sondern an erster Stelle steht natürlich die Kinderentwicklung, die im Kindergarten besonders unterstützt wird. Durch den Kontakt mit anderen Kindern, wird die soziale Entwicklung gefördert und das spielende Lernen gibt der motorischen und geistigen Entfaltung einen enormen Schub. Kinderlieder und andere Kindergartenideen begünstigen Ihre Sinne und Ihre körperliche Entwicklung.

Warum Kindergartenplätze zu einer so großen Rarität geworden sind, weiß keiner so genau. Schließlich gibt es genug Erzieherinnen und kinderliebe junge Mädels die es noch werden wollen. Da die meisten Kindergärten aber Einrichtungen der Kirchen und des Staates sind, gibt es aber wieder Bestimmungen und Regeln, die festlegen, nur so und so viele Leute einzustellen und nur so und so viele Kinder aufzunehmen.

Letztendlich ist doch jeder, der Kinder hat, scharf auf einen Kindergartenplatz. Am besten, man meldet sein Kind gleich nach seiner Geburt beim Kindergarten seiner Wahl an und hofft, dass in drei Jahren endlich ein Platz frei ist… Traurig - aber wahr!