Hübsche Bilder mit gefährlicher Wirkung
Junge Frauen lassen sich oft von Magazinen und anderen Medien beeinflussen, oft ganz unbewusst. Kann es sein, dass sie so, ohne es zu ahnen, das Leben ihres Kindes auf das Spiel setzen?
Rachel Moon vom Children’s National Medical Center in Washington (USA) befürchtet, dass junge Mütter sich die schönen Bilder aus Zeitschriften zum Vorbild nehmen können und die Schlafumgebung ihres Kindes so gestalten. Das Problem dabei: Die Bettchen auf den Bildern sehen zwar sehr hübsch und niedlich aus, sind aber gefährlich für die Kinder.
Die gezeigten Bettchen sind rüschig, die Kissen plüschig, das Baby liegt anrührend auf dem Bauch – das sind alles bekannte Risikofaktoren, die nach aktuellem Stand der Wissenschaft zum plötzlichen Kindstod beitragen können.
Rachel Moon bemängelt, dass die häufig gezeigten Bilder deutlich von dem abweichen, was von Fachleuten der Kindermedizin empfohlen wird. Sie wertete mit ihrem Team die Bilder zum Thema “Babyschlaf” in 24 Zeitschriften aus, die sich an Leserinnen zwischen 20 und 40 Jahren wenden.
Moon und ihre Kollegen stellten fest, dass ein Drittel der Kinder falsch lagen, und in zwei Dritteln der Bilder die Schlafumgebung so gestaltet ist, dass sie das Risiko für den plötzlichen Kindstod erhöhen kann.
Neben Nikotin-, Alkohol und Drogenkonsum der Mutter bzw. der Eltern gelten vor allem auch das Schlafen auf dem Bauch und eine zu hohe Temperatur als Risikofaktoren für den plötzlichen Kindstod. Nach neuestem Stand der Medizin sollten Kinder auf dem Rücken schlafen, lieber in Schlafsäcken als mit Bettdecken, auf einer nicht zu weichen Matratze und ohne Kopfkissen. Auch Überhitzung sollte vermieden werden, das Zimmer sollte also nicht zu warm sein, das Baby keine zu warme Babykleidung oder gar ein Mützchen tragen.
Seitdem diese Empfehlungen gemacht werden, hat sich die Zahl der Fälle von plötzlichem Kindstod drastisch verringert.
