Wollen Eltern wirklich Antibiotika für Babys?
Kleine Kinder sind häufig erkältet, das ist nichts Neues. Eltern merken auch schnell, dass bei einer Erkältung Kinder viel dramatischer leiden als Erwachsene – Husten schüttelt den kleinen Körper, das Baby bzw. das Kind bekommt kaum noch Luft, und niemandem in der Umgebung bleibt verborgen, wie schlecht es dem Kind geht.
Da ist es kein Wunder wenn Eltern sich eine Behandlung wünschen, die möglichst schnell und effektiv wirkt, so dass das Kind bald wieder gesund wird und nicht mehr so leiden muss – schließlich leidet man ja mit. Das führt dazu, dass besorgte Eltern den Arzt dazu drängen, dem Kind ein Antibiotikum zu verschreiben – und Ärzte scheinen das wider besseres Wissen auch zu tun.
Die meisten Atemwegsinfekte bei Kindern werden aber durch Viren ausgelöst, und gegen Viren sind Antibiotika absolut wirkungslos! Nicht nur helfen sie nicht, sie sorgen auch für Resistenzen der Viren gegen Antibiotika – die Viren werden so immer gefährlicher.
Besonders verbreitet sind solche Resistenzen in Italien. Gleichzeitig ist eines der Länder, in dem die meisten Antibiotika verordnet werden. Wissenschaftler haben nun Ärzte befragt, warum sie so viele antibiotische Medikamente verordnen.
Einer der Gründe war “diagnostische Unsicherheit”. Die Ärzte waren sich also nicht sicher, was die Krankheit auslöst, und wollten auf Nummer Sicher gehen. Zudem sahen sie sich von der Erwartungshaltung der Eltern unter Druck gesetzt. Das könnte aber ein Missverständnis sein, denn die Eltern waren häufig schlecht informiert, und verlangten also nicht wirklich ein Antibiotikum für ihr Kind – vermutlich wollen sie eben einfach nur ein möglichst schnell wirksames Medikament!
Die Ärzte sollten also ihre Methoden verbessern. Vor allem aber müssen sie an der Kommunikation mit ihren Patienten bzw. deren Eltern arbeiten. Vermutlich gilt das nicht nur für Italien!
