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26. Januar 2010

Acht kleine “Kunstfehler” haben Geburtstag

Abgelegt unter: Außergewöhnliches — Alexandra @ 14:57

Es ist jetzt genau ein Jahr her, dass in den USA Achtlinge zur Welt kamen. Dabei ist weniger die Geburt von Achtlingen so aufsehenerregend – obwohl das schon selten genug ist – als vielmehr die Tatsache dass tatsächlich alle acht Kinder überlebt haben. Dementsprechend populär waren die Kinder und ihre Mutter Nadya Suleman anfangs bei Medien und Öffentlichkeit.

Schon nach kurzer Zeit schlug die allgemeine öffentliche Freude jedoch in Kritik um. Es wurde bekannt, dass die alleinstehende und arbeitslose Mutter bereits sechs Kinder hatte. Alle waren mit Hilfe von künstlicher Befruchtung gezeugt worden. Die sechs Embryos waren dabei “übrig geblieben”. Zwei der Embryos teilten sich in Zwillinge, und so kam es, dass Suleman mit acht Kindern schwanger war, von denen sie im Januar 2009 per Kaiserschnitt entbunden wurde.

Wie bei solchen Schwangerschaften üblich, schlugen die Ärzte der Mutter vor, einige der Kinder abzutreiben, damit die anderen bessere Überlebenschancen hätten. Suleman lehnte ab, schließlich hatte sie sich die Embryos auch deswegen einsetzen lassen, damit sie nicht vernichtet würden.

Nur wenige Menschen konnte und wollten verstehen, dass eine Mutter von sechs Kindern unbedingt noch weitere Kinder haben wollte. Noch weniger Verständnis hatten Mediziner für das Verhalten des Arztes, der gegen alle standesrechtlichen Richtlinien der Frau alle sechs Embryos einpflanzte. Normalerweise wären einer Frau in diesem Alter allerhöchstens zwei befruchtete Eizellen eingesetzt worden, eben um das Risiko einer gefährlichen Mehrlingsschwangerschaft so gering wie möglich zu halten.

Um beide, Mutter wie Arzt, entspann sich ein echtes Mediendrama. Sie wechselte in schneller Reihenfolge Anwälte und Pressesprecher und bekam Angebote für ihre eigene Reality-Show, er wurde aus seiner Berufsvereinigung ausgeschlossen und verliert vielleicht auch seine Zulassung als Arzt.

Von den Kindern selbst, sechs Jungen und zwei Mädchen, hört man erstaunlich wenig. Noah, Maliya, Isaiah, Nariya, Makai, Josiah, Jeremiah und Jonah sind in den USA die zweiten Achtlinge, von denen alle lebendig zur Welt kamen, und die ersten, von denen alle länger als eine Woche überlebten. Sie hätten schon aus diesem Grund die gleiche positive Aufmerksamkeit verdient wie andere Kinder. Steht zu hoffen, dass die Liebe ihrer Mutter deren Leichtsinn überwiegt und sie in Zukunft Entscheidungen trifft, die im Sinne ihrer Kinder sind – und zwar aller vierzehn!

18. Januar 2010

Väter tun sich auch schwer mit Kind und Alltag …

Abgelegt unter: Familie — Alexandra @ 13:33

Ob die Vorreiterinnen der Gleichberechtigung sich das so vorgestellt haben? Eigentlich ist das Ziel ja, dass Frauen die gleichen Chancen bekommen wie Männer – gleiches Geld für gleiche Leistung ist nur ein Bestandteil dieser Forderungen. Gleiche Probleme für Männer – das war bestimmt nicht das Ziel.

Inzwischen ist es allgemein bekanntes und akzeptiertes Wissen, dass es für Frauen schwer ist, ihre Kinder, bzw. ihre Familie, und ihren Beruf miteinander zu vereinbaren. Sogar wenn eine Mutter in der glücklichen Lage ist ihre eigene Chefin zu sein oder gar von zu Hause aus arbeiten zu können, gibt es doch immer wieder neue Probleme, die bewältigt werden wollen: Das Kind ist krank, die Mutter sollte eigentlich mit einem Kunden sprechen. Der Kindergarten ist plötzliche geschlossen, die Mutter muss einen wichtigen Auftrag rechtzeitig abliefern.

Väter sind da fein raus: Entweder sie arbeiten ganz normal weiter und müssen sich dafür zu Hause um nichts kümmern, oder sie nehmen Elternzeit, genießen es ihre Kinder aufwachsen zu sehen und stehen auch noch da wie Helden, weil sie immer noch die Ausnahme sind. So sollte man zumindest meinen.

Es ist aber so, dass Männer genauso große Probleme wie Frauen haben, wenn es um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie geht. Oft werden ihnen Knüppel zwischen die Beine geworfen, wenn sie in Elternzeit gehen wollen. Zwei Monate werden noch jedem “genehmigt” – schließlich gibt es dadurch mehr Geld, das kann jeder Arbeitgeber nachvollziehen. Wenn Väter ihre Arbeit aber länger unterbrechen wollen, fangen die Probleme erst an.

Das Problem ist zwar noch jung, aber wohl doch schon so wichtig, dass sich Akademiker damit beschäftigen (klar, jetzt ist es ja ein Männerproblem, und nicht ein so albernes Frauenproblemchen!). Zumindest halten jetzt schon Wissenschaftler Vorträge darüber, was man tun könne, damit Mann sich besser auf die Familie konzentrieren kann.

Ist das übertrieben? Oder sollte man nicht vielmehr nach Wegen suchen, wie Eltern generell Familie und Erwerbstätigkeit vereinen können? Muss das wirklich in “Väter” und “Mütter” aufgespalten werden?