Atemaussetzer bei Kindern
Babys hören im Schlaf öfter mal zu atmen auf, besser gesagt, ihr Atem setzt gelegentlich aus. Es kommt also zu einem Atemstillstand, medizinisch Apnoe genannt, der bis zu 15 Sekunden anhalten kann. Manche Babys schlafen weiter, einige wachen auf, weiteratmen tun aber definitiv die meisten. Ab etwa sechs Monaten hat sich der Organismus des Kindes so reguliert, dass das Atmen ganz automatisch funktioniert – das Kind hat das Atmen “gelernt”. Oft wird davon ausgegangen, dass der Plötzliche Kindstod daher rührt, dass das Baby aus irgendwelchen Gründen eben nicht wieder weiteratmet.
Auch Erwachsene haben Atemstillstände in der Nacht. Das geht in der Regel mit Schnarchen einher, vor allem aber mit großer Müdigkeit am Tag, weil der Nachtschlaf nicht erholsam war.
Kinder können ebenfalls an dieser Schlafapnoe leiden. In Deutschland sollen bis zu zwei Prozent aller Kinder von der “obstruktiven Schlafapnoe” (OSA) betroffen sein, wie die Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie meint.
OSA bedeutet, dass die oberen Atemwege verengt sind, was dazu führt, dass die Kinder Schnarchen und unruhiger schlafen. Wenn dann der Atem aussetzt, wird die Weckreaktion des Gehirns ausgelöst – das Kind wacht auf. An das kurze Aufwachen erinnern sich die Kinder am nächsten Tag zwar nicht mehr, aber trotzdem wird der Schlaf unterbrochen.
Im Gegensatz zu Erwachsenen sind die Kinder dann aber nicht besonders müde. Die Schlafapnoe äußert sich bei ihnen durch Unruhe, Wachstumsstörungen, Lungenerkrankungen oder Schwierigkeiten in der Schule.
Eltern sollten ihre Kinder gelegentlich beim Schlafen beobachten. Schon zwei Atemaussetzer pro Stunde sollten Anlass geben, mit dem Kind zum Arzt zu gehen und es rechtzeitig behandeln zu lassen.
