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Baby-Zeit Blog

30. Juni 2010

Köhler will mehr männliche Erzieher

Abgelegt unter: Allgemein, Erziehung — Alexandra @ 09:54

Vergangene Woche besuchte Kristina Köhler, die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend eine Kindertagesstätte in Brandenburg. “Wir brauchen mehr Männer als Erzieher”, forderte Köhler bei diesem Besuch. Die Ministerin betonte die wichtige Rolle, die die Anwesenheit von Männern bei der frühkindlichen Bildung spielt.

In Brandenburg rennt Köhler mit dieser Forderung natürlich offene Türen ein. Das Bundesland hat in einem Projekt  Männer zu Erziehern ausgebildet, die vorher ganz andere Berufe hatten. Köhler sieht die Erzieherlaufbahn als geeignet, Männern neue Perspektiven im Arbeitsmarkt zu eröffnen.

Gleichzeitig ist es für die Kinder wichtig, Männer in einer solchen Rolle zu sehen: “Gleichstellungspolitisch spielt die Präsenz von Männern in der frühkindlichen Bildung eine entscheidende Rolle. Zum einen im Hinblick auf Rollenzuweisungen: Wenn Mädchen und Jungen am Beispiel enger Bezugspersonen sehen, dass beide Geschlechter in der Erziehung ebenso gleichberechtigt vertreten sind wie in anderen Berufen, nehmen sie Rollen als wählbar wahr und weniger als vorgegeben.”, so Köhler.

Die Wirkung auf die Kinder lässt sich wahrscheinlich erst in einigen Jahren erkennen, für die Männer, die an diesem bisher einzigartigen Projekt teilgenommen haben, ist die Wirkung bisher positiv zu nennen: Alle davon haben nach der zweijährigen Ausbildung einen Arbeitsplatz gefunden.

Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass männliche Erzieher in Kindergärten oder Kitas oft auch mit Vorurteilen zu kämpfen haben. In vielen Blogs im Internet ist beispielsweise zu lesen, dass Eltern auf einen Erzieher misstrauisch reagieren und ihnen mehr oder weniger unverblümt pädophile Neigungen unterstellen.

Dies könnte einer der Gründe sein, der Männern auf Dauer die Tätigkeit als Erzieher madig macht, sogar wenn sie das geringe Ansehen und die schlechte Bezahlung auf sich nehmen. Das wäre schade, denn so könnten Kinder eine männliche Bezugsperson in ihrem Leben haben, die ihnen sonst vielleicht fehlt, und gleichzeitig sehen, dass die Geschlechter in ihrer Berufswahl nicht festzementiert sind.

24. Juni 2010

Weniger Kliniken für Frühchen

Abgelegt unter: Allgemein, Geburt — Alexandra @ 10:28

Die Überlebenschancen von frühgeborenen Babys sind in den letzten Jahren gestiegen. Das liegt daran, dass die Möglichkeiten der Medizintechnik und der Pflege immer besser und ausgefeilter wurden.

Frühgeborene Babys haben heute also eine bessere Chance als noch vor fünf oder gar zehn Jahren. Für extreme Frühchen ist die Gefahr aber immer noch groß. Als “extreme Frühchen” gelten Babys, die mit einem Gewicht von weniger als 1.250 Gramm zur Welt kommen. Sie werden am besten in Krankenhäusern betreut, die auf solche Fälle eingerichtet sind; das bedeutet, dass sie entsprechend geschultes Personal und auch die richtigen medizinischen Geräte dafür haben.

Schon lange sind die “Mindestmengen” in der Diskussion, anhand derer Krankenhäuser als Zentren für die Versorgung solch gefährdeter Babys eingeordnet werden sollen. Nun gelten ab 11. Januar 2011 endlich neue Regeln. Ab diesem Termin dürfen extreme Frühchen nur noch in Kliniken versorgt werden, die ausreichend Erfahrung vorweisen können. Belegt wird diese Erfahrung dadurch, dass die Einrichtungen nachweislich mindestens 30 extreme Frühchen pro Jahr betreuen.

Die vorherige Mindestmenge lag bei 14 Frühchen pro Jahr. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat diese Zahl nun heraufgesetzt, um den extremen Frühchen eine bessere Versorgung garantieren zu können. Gleichzeitig entfiel aber auch die Mindestmenge für Frühgeburten mit einem Gewicht zwischen 1.250 und 1.500 Gramm. Auch für sie lag die Menge vorher bei 14 Frühgeburten pro Jahr und Klinik; nun gibt es dafür gar keine.

Das bedeutet, dass mehr Kliniken weniger dramatische Fälle betreuen können, extreme Frühchen aber nur noch in weniger Kliniken “richtig” versorgt werden können und düfen. Das bedeutet für die Eltern in solchen Fällen längere Anfahrtswege, und genau das hat dem Bundesausschuss auch die Entscheidung dafür auch so schwer gemacht. Am Ende hat aber die fachliche Qualifikation den Ausschlag gegeben, und damit auch das Wohlergehen der extremen Frühchen, meint ein Sprecher des Gemeinsamen Bundesausschusses.

14. Juni 2010

Wenn Kinder stürzen …

Abgelegt unter: Gesundheit — Alexandra @ 11:55

Wenn Kinder stürzen, sieht das oft ganz furchtbar aus: Sie fallen auf den Kopf bzw. mit dem Kopf voran, schlagen sich auf, bluten stark … aber ist es wirklich immer Anlass zur Panik? Nein, sagen Ärzte.

Gerade, aber natürlich nicht nur im Sommer, toben Kinder gerne herum. Bei kleineren Kindern reicht auch die Risikosportart “Laufen lernen”, damit es zu Stürzen, Unfällen und Verletzungen kommt. So kommt es jedes Jahr zu rund einer halben Million Unfälle in Haus und Freizeit. Eltern wissen dann oft nicht, ob sie mit ihrem Kind zum Arzt müssen, oder ob es nicht auch eine Kombitherapie aus Kühlung und ein bisschen Extra-Zuneigung tut.

Generell gilt natürlich: Lieber einmal zu oft zum Kinderarzt als einmal zu selten. Es gibt aber ein paar Faustregeln, wann man sich nicht zu sehr sorgen braucht und wann man zügig zum Arzt muss.

Kleine Kinder fallen, wenn sie stürzen, oft auf den Kopf und das Gesicht. Das liegt daran, dass der Kopf bei ihnen um Vergleich zu älteren Kindern und Erwachsenen einfach sehr groß ist. Zudem können sie oft noch nicht so schnell reagieren und ihren Sturz mit den Armen abfangen. So kommt es, dass sie relativ schnell Platzwunden am Kopf haben. Diese Wunden bluten stark und sehen deswegen sehr gefährlich aus – meist gefährlicher als sie sind, sagt Matthias Albrecht vom Runden Tisch “Prävention von Kinderunfällen” des Kinderschutzbunds Dortmund.

Solange das Kind schreit, ist meistens noch alles in Ordnung. Wirklich gefährlich wird es, wenn das Kind nichts sagt, sich übergeben muss oder gar das Bewusstsein verloren hat. Dann muss man sofort zum Arzt oder in die Notaufnahme. Alle diese Anzeichen deuten nämlich auf eine Gehirnerschütterung hin.

Wenn das Kind einen verwirrten oder schläfrigen Eindruck macht, sollte man sofort ins Krankenhaus, bzw. einen Krankenwagen rufen. Bei Kleinkindern ist das oft noch schwer zu beurteilen, aber bei älteren Kindern, die schon gut sprechen können, kann man den Zustand mit einfachen Fragen herausfinden. Man kann sie etwa nach den Namen der Geschwister oder, oft noch erfolgreicher, nach dem Lieblingskuscheltier befragen.

7. Juni 2010

Gehirnhautentzündung bei Raucherkindern

Abgelegt unter: Gesundheit — Alexandra @ 12:40

Meningokokken sind Bakterien, die etwa ein Drittel aller Menschen in ihrem Nasen-Rachen-Raum in sich tragen, ohne dass es überhaupt zu irgendwelchen Krankheitsanzeichen kommt. Werden die Meningokokken aber auf einen anderen Menschen mit einem evtl. geschwächten Immunsystem übertragen – meist geschieht das durch Tröpfcheninfektion, also über die kleinen Speicheltröpfchen beim Sprechen, Husten oder Niesen – können die Bakterien schlimme Krankheiten auslösen, etwa eine Gehirnhautentzündung oder eine Blutvergiftung.

Die Meningitis, also eine Gehirnhautentzündung, betrifft sehr oft Säuglinge und Kleinkinder. Ihr Abwehrsystem ist noch nicht völlig ausgebildet, daher kann es die Meningokokken noch nicht wirksam bekämpfen. Besonders gefährdet davon sind die Kinder von Rauchern.

Es ist schon lange bekannt, dass Kinder von Rauchern öfter an Erkrankungen der Atemwege leiden. Das Passivrauchen erhöht aber auch das Risiko einer Gehirnhautentzündung. Das hat eine tschechische Studie ergeben, die damit eine Theorie bestätigte, die eine amerikanische Studie schon 1994 aufgestellt hat.

Vermutlich schädigt das Passivrauchen der Kinder die Schleimhäute im Nasen-Rachen-Raum so sehr, dass die Meningokokken dort ein ideales “Einfallstor” in den Körper haben. Sie können sich dort ungehindert einnisten, vermehren, in das Blut gelangen und sich so über den ganzen Körper verteilen. Dort können sie dann eine Blutvergiftung oder eine Hirnhautentzündung auslösen, was zum Tod führen kann.

Zwar gibt es eine Schutzimpfung gegen Meningokokken, die vor der Erkrankung an einer von Meningokokken ausgelösten Infektion schützt. Das sollte aber natürlich kein Grund sein, das eigene Baby ständig dem Zigarettenrauch auszusetzen.

Tabakrauch ist nämlich auch einer der bekannte Risikofaktoren für den plötzlichen Kindstod, der immer noch jedes Jahr viel zu viele Todesopfer fordert.