Köhler will mehr männliche Erzieher
Vergangene Woche besuchte Kristina Köhler, die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend eine Kindertagesstätte in Brandenburg. “Wir brauchen mehr Männer als Erzieher”, forderte Köhler bei diesem Besuch. Die Ministerin betonte die wichtige Rolle, die die Anwesenheit von Männern bei der frühkindlichen Bildung spielt.
In Brandenburg rennt Köhler mit dieser Forderung natürlich offene Türen ein. Das Bundesland hat in einem Projekt Männer zu Erziehern ausgebildet, die vorher ganz andere Berufe hatten. Köhler sieht die Erzieherlaufbahn als geeignet, Männern neue Perspektiven im Arbeitsmarkt zu eröffnen.
Gleichzeitig ist es für die Kinder wichtig, Männer in einer solchen Rolle zu sehen: “Gleichstellungspolitisch spielt die Präsenz von Männern in der frühkindlichen Bildung eine entscheidende Rolle. Zum einen im Hinblick auf Rollenzuweisungen: Wenn Mädchen und Jungen am Beispiel enger Bezugspersonen sehen, dass beide Geschlechter in der Erziehung ebenso gleichberechtigt vertreten sind wie in anderen Berufen, nehmen sie Rollen als wählbar wahr und weniger als vorgegeben.”, so Köhler.
Die Wirkung auf die Kinder lässt sich wahrscheinlich erst in einigen Jahren erkennen, für die Männer, die an diesem bisher einzigartigen Projekt teilgenommen haben, ist die Wirkung bisher positiv zu nennen: Alle davon haben nach der zweijährigen Ausbildung einen Arbeitsplatz gefunden.
Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass männliche Erzieher in Kindergärten oder Kitas oft auch mit Vorurteilen zu kämpfen haben. In vielen Blogs im Internet ist beispielsweise zu lesen, dass Eltern auf einen Erzieher misstrauisch reagieren und ihnen mehr oder weniger unverblümt pädophile Neigungen unterstellen.
Dies könnte einer der Gründe sein, der Männern auf Dauer die Tätigkeit als Erzieher madig macht, sogar wenn sie das geringe Ansehen und die schlechte Bezahlung auf sich nehmen. Das wäre schade, denn so könnten Kinder eine männliche Bezugsperson in ihrem Leben haben, die ihnen sonst vielleicht fehlt, und gleichzeitig sehen, dass die Geschlechter in ihrer Berufswahl nicht festzementiert sind.
