Ärzte der Universität Leipzig beobachten das Hausbesuchsprogramm “Pro Kind”, das seit einigen Jahren läuft, und haben erkannt, dass frühe Hilfen für Risikofamilien das Risiko von Vernachlässigung und Misshandlung von Kindern effektiv senken können.
Im Rahmen dieses Programmes werden Frauen in Problemsituationen schon während der Schwangerschaft von Hebammen und/oder Sozialarbeitern begleitet, die ihnen bei Problemen schon frühzeitig helfen können. So kann vermieden werden, dass an sich kleinere Probleme eskalieren und die Eltern aus Verzweiflung oder Ratlosigkeit ihre Kinder vernachlässigen oder sie gar misshandeln. Das Programm “Pro Kind” gibt es nicht nur in Sachsen, sondern auch in Niedersachsen und Bremen.
Im Rahmen dieser Programm werden die Schwangeren beispielsweise über Unterstützungsmöglichkeiten informiert und ihnen werden die Fahrtkosten zu den Vorsorgeuntersuchungen bezahlt. Ausgewählte Teilnehmerinnen werden außerdem von Familienbegleiterinnen betreut, und zwar von der Schwangerschaft bis zum zweiten Lebensjahr des Kindes.
Dass dieses Programm auch seelische Probleme von Kleinkindern verhindern oder aufdecken kann, betonte Professor Kaí von Kitzing von der Uni Leipzig jetzt beim “Weltkongress für seelische Gesundheit im frühen Kindesalter”. Dieses Problem ist nicht zu unterschätzen, immerhin leiden drei bis sechs Kinder unter Depressionen. Deshalb sei es wichtig, dass die Mitarbeiter in Pflege und Betreuung Kenntnisse in Entwicklungspsychologie und im Bereiche der frühen Hilfen haben.
Die deutschen Kommunen fordern mehr Befugnisse, damit sie Kinder besser vor häuslicher Gewalt schützen können. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund fordert laut einem Bericht im Ärzteblatt eine verbesserte Datenübermittlung zwischen den Behörden und für Ärzte eine Befreiung von der Schweigepflicht.
Die Zusammenarbeit den Behörden in verschiedenen Gemeinden und Städten kann ein wichtiges Instrument sein, damit sich betroffene Familien nicht einfach durch einen Umzug dem Jugendamt “entkommen” können. Wenn die Ämter besser zusammenarbeiten und die Daten effektiver weitergereicht und ausgetauscht werden können, kann eine bestimmte Familie auch bei Umzug, bei Arzt- oder bei Schulwechsel im Auge behalten werden.
Nachdem das Statistische Bundesamt erst vergangen Woche Zahlen veröffentlich hatte, nach denen 2009 über 30.000 Kinder und Jugendliche vom Jugendamt in Obhut genommen wurden, hat Familienministerin Kristina Schröder gesetzliche Änderungen gefordert, um Kinder besser zu schützen. Wie der Städte- und Gemeindebund ist auch Schröder dafür, die strenge ärztliche Schweigepflicht zu lockern. Das würde bedeuten, dass Ärzte in “begründeten Fällen” das Jugendamt informieren können, wenn sie in einer Familie Kindesmisshandlungen vermuten.
Stillende Mütter müssen nur auf die Lebensmittel verzichten, die ihnen nicht bekommen, oder die, deren Geschmack in der Muttermilch das Kind nicht mag. Bekannte Allergieauslöser müssen sie dagegen nicht meiden, meint das Netzwerk “Gesund ins Leben”.
Manche Mütter verzichten während der Stillzeit auf Lebensmittel wie Milchprodukte oder Eier, um das Allergierisiko für ihr Kind zu senken. Nach neuen Erkenntnissen kann so ein Verzicht aber nicht vor Allergien schützen, sondern vielmehr dazu beitragen, dass der Mutter und damit auch dem Kind wichtige Nährstoffe fehlen.
Zudem ist der vorsichtige Kontakt des Kindes mit kleinsten Mengen potenziell allergieauslösender Stoffe über die Muttermilch eine gute Möglichkeit für das Immunsystem, sich allmählich an die fremden Substanzen zu gewöhnen. Was das Risiko für Allergien jedoch zu erhöhen scheint, ist das Einführen von Beikost vor dem 5. Monat. Stillen beugt der Entstehung von Allergien vor, und zwar unabhängig davon, ob das Kind familiär vorbelastet ist oder nicht.
Das Einführen von Beikost bei gleichzeitigem Stillen kann also das Allergierisiko sinken, während das Kind gleichzeitig von der zusätzlichen Nährstoffzufuhr profitiert. Besonders wichtig ist dabei die Eisenzufuhr, die den Eisenspeicher wieder füllen kann, der bei Neugeborenen nur für etwa vier Monate reicht.
Das Netzwerk “Gesund ins Leben” wurde vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) gegründet.
Vermutlich kennen wir alle das Spiel “Engelchen flieg”. Dabei wird ein Kind an den Händen gefasst und vom Erwachsenen im Kreis herumgewirbelt. Das ist für den Wirbler je nach Größe es Kindes anstrengend, für die Kinder aber ist es meistens ein wildes Vergnügen, von dem man nie genug haben kann.
Da Vergnügen ist jetzt allerdings getrübt. Nimmt man nämlich ein Kind an den Händen hoch, wie man es ja bei “Engelchen flieg” auch macht, kann sich das Ellenbogengelenk des Kindes lockern. Bei Kindern bis zu vier Jahren passiert das noch sehr leicht.
Wird das Gelenk auseinandergezogen, rutscht das umgebende Gewebe sozusagen in den entstehenden Spalt hinein und wird dann eingeklemmt, wenn das Gelenk wieder an Ort und Stelle ist. Das ist natürlich sehr schmerzhaft, die Kinder können den Arm zudem kaum bewegen. Wenn das passiert ist, nehmen die Kleinen oft eine Schonhaltung ein, bei der sie den Arm vor den Körper an den Bauch legen, sagt Monika Lierhaus vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte.
Wenn das Kind Lähmungserscheinungen zeigt, muss das unbedingt vom Arzt abgeklärt werden. Er kann das Gelenk schnell wieder in die richtige Lage bringen, danach lassen die Schmerzen innerhalb weniger Minuten nach.
Übrigens kann nicht nur “Engelchen flieg” für so eine Verletzung sorgen. Sie kommt auch oft vor, wenn ein Kind stolpert und hinfällt, während es an der Hand der Eltern geht. Die Eltern halten die Hand des Kindes reflexartig fest, so dass es beim Fall mit ganzem Gewicht am Ellenbogen zieht.