Neue Initiative: “Familienbewusste Arbeitszeiten”
Es ist bekannt, dass bei vielen berufstätigen Eltern der Wunsch nach mehr Zeit für die Familie bzw. die Vereinbarkeit von Familie und Beruf an erster Stelle steht. Schon länger wurde darüber diskutiert, wie dieser Wunsch in die Arbeitswelt integriert werden und man gleichzeitig Väter darin bestärken kann, in Elternzeit zu gehen.
Vor kurzem hat das Bundesministerium in einer Pressemitteilung den Versuch zu solch einer Regelung vorgestellt. Das Ganze nennt sich “Initiative Familienbewusste Arbeitszeiten” und soll ab November starten. Ziel des Projektes soll es sein, die Arbeitszeiten in Deutschland so zu gestalten, dass berufstätige Menschen Arbeitsplatz und Familie besser miteinander in Einklang bringen können. Im Klartext heißt das flexiblere Arbeitszeitmodelle, also beispielsweise mehr Teilzeit-Arbeitsstellen mit einer vollzeitnahen Wochenarbeitszeit von 30-35 Stunden.
Die Initiative “Familienbewusste Arbeitszeiten” des Bundesministeriums soll sowohl Erwerbstätigen als auch Arbeitgebern unter die Arme greifen. Laut Staatsekretär Dr. Kues seien Unternehmen in Zeiten eines Fachkräftemangels darauf angewiesen, sich kompetenten und erfahrenen Arbeitskräften gegenüber als familienfreundlicher und damit attraktiver zu zeigen.
Das ist die Theorie. Ob die Initiative “Familienfreundliche Arbeitszeiten” jedoch wirklich Erfolg haben wird, halten viele für fraglich. Mit recht? Menschen, die zwar Leistung an ihrem Arbeitsplatz bringen wollen, dabei aber trotzdem für ihre Familie zuhause da sein wollen, werden noch immer von vielen Unternehmen belächelt.
In Wirklichkeit sieht es doch so aus: Die meisten Firmen verlangen von ihren Arbeitskräften Motivation und Flexibilität. Für Mütter oder Väter, die sich mehr um ihre Familie kümmern wollen, ist auf dem hart umkämpften Arbeitsmarkt keinen Platz. Da stellt sich doch die Frage: Ist die Initiative des Bundesministeriums von vornherein zum Scheitern verurteilt?
