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Baby-Zeit Blog

27. September 2010

Neue Initiative: “Familienbewusste Arbeitszeiten”

Abgelegt unter: Allgemein, Familie — Bianca @ 13:27

Es ist bekannt, dass bei vielen berufstätigen Eltern der Wunsch nach mehr Zeit für die Familie bzw. die Vereinbarkeit von Familie und Beruf an erster Stelle steht. Schon länger wurde darüber diskutiert, wie dieser Wunsch in die Arbeitswelt integriert werden und man gleichzeitig Väter darin bestärken kann, in Elternzeit zu gehen.

Vor kurzem hat das Bundesministerium in einer Pressemitteilung den Versuch zu solch einer Regelung vorgestellt. Das Ganze nennt sich “Initiative Familienbewusste Arbeitszeiten” und soll ab November starten. Ziel des Projektes soll es sein, die Arbeitszeiten in Deutschland so zu gestalten, dass berufstätige Menschen Arbeitsplatz und Familie besser miteinander in Einklang bringen können. Im Klartext heißt das flexiblere Arbeitszeitmodelle, also beispielsweise mehr Teilzeit-Arbeitsstellen mit einer vollzeitnahen Wochenarbeitszeit von 30-35 Stunden.

Die Initiative “Familienbewusste Arbeitszeiten” des Bundesministeriums soll sowohl Erwerbstätigen als auch Arbeitgebern unter die Arme greifen. Laut Staatsekretär Dr. Kues seien Unternehmen in Zeiten eines Fachkräftemangels darauf angewiesen, sich kompetenten und erfahrenen Arbeitskräften gegenüber als familienfreundlicher und damit attraktiver zu zeigen.

Das ist die Theorie. Ob die Initiative “Familienfreundliche Arbeitszeiten” jedoch wirklich Erfolg haben wird, halten viele für fraglich. Mit recht? Menschen, die zwar Leistung an ihrem Arbeitsplatz bringen wollen, dabei aber trotzdem für ihre Familie zuhause da sein wollen, werden noch immer von vielen Unternehmen belächelt.

In Wirklichkeit sieht es doch so aus: Die meisten Firmen verlangen von ihren Arbeitskräften Motivation und Flexibilität. Für Mütter oder Väter, die sich mehr um ihre Familie kümmern wollen, ist auf dem hart umkämpften Arbeitsmarkt keinen Platz. Da stellt sich doch die Frage: Ist die Initiative des Bundesministeriums von vornherein zum Scheitern verurteilt?

20. September 2010

Schützen Eltern ihre Kinder richtig?

Abgelegt unter: Allgemein — Bianca @ 12:52

Selbstschutz ist eines der urmenschlichsten Gefühle, zugleich scheinen wir jedoch wenig begabt darin zu sein. Auf der einen Seite achten wir akribisch genau auf eine gesunde Ernährung – von “Veggie” bis “Diet” (Diät), am besten aber ohne Zucker – treiben Sport, machen Entspannungskurse. Auf der anderen Seite fahren wir mit dem Handy am Ohr Auto oder gehen bei Rot über die Ampel, weil wir es eilig haben.

Wenn es einmal nicht um uns selbst, sondern um den eigenen Nachwuchs geht, scheinen wir mehr denn je zu Sicherheits-Fanatikern zu mutieren. Unsere Erfahrung, Ängste und die Medien lehren uns: Unsere Kinder sind nirgends sicher! Die Gefahr lauert praktisch überall! Und wenn man nicht aufpasst, überfällt sie den kleinen Liebling sogar noch vor der Haustür.

Niemand will, dass seinem Kind etwas geschieht. Deshalb versuchen Mütter und Väter fieberhaft, ihre Kleinen vor jedweden Gefahren zu schützen – auch vor solchen, die gar keine sind. Wir haben Angst, unsere Kinder allein zur Schule zu schicken –  sie könnten ja entführt werden. Selbst wenn die Schützlinge im Klassenzimmer sitzen, sind wir nicht beruhigt, denn es könnte ja ein Amokläufer unter den potenziellen Schulkameraden sein.

Die Medien sagen uns vor, wovor wir uns zu fürchten haben und wie wir am besten unseren Kinderschutz betreiben. Das Problem dabei ist, dass viele Eltern sich auf die falschen Bedrohungen fokussieren und dabei den Blick für die wahren Gefahren des Alltags verlieren.

Die meisten Kinderverletzungen lassen sich bei Autounfällen verzeichnen, etwa, weil der Kindersitz ungeeignet oder der Fahrer unachtsam war. Immer wieder ertrinken kleine Mädchen und Jungen, weil sie unbeaufsichtigt waren – oft sogar im eigenen Garten! Bei Babys können schon Kleinteile, Chemikalien und offene Steckdosen gefährlich sein.

Wer seinen Nachwuchs wirklich schützen will, sollte sich nicht zu sehr von der allgemeinen Panikmache einnehmen lassen. Natürlich ist auch eine Gefahr aus der Ferne ernst zunehmen, wichtiger ist es allerdings, den Kindern ein sicheres und geschütztes Umfeld zu schaffen. Kindersicherheit fängt  Zuhause an!

13. September 2010

Sicherere Untersuchungen im Mutterleib

Abgelegt unter: Schwangerschaft — Bianca @ 12:33

Jedes Jahr lassen rund 170 000 Schwangere ihr Fruchtwasser untersuchen oder sich Gewebe aus dem Mutterkuchen entnehmen. Der Grund: Dadurch lassen sich Behinderungen und genetische Auffälligkeiten des ungeborenen Kindes, beispielsweise Trisomie 21 (Down-Syndrom), früh erkennen. Auch Herzfehler, Auffälligkeiten im Gehirn und an den Gliedmaßen des Ungeborenen lassen sich durch diese Methoden besser abschätzen. Werdenden Müttern über 35 werden diese Untersuchungen von den Krankenkassen angeboten, da mit dem Alter das Risiko für Krankheiten wie Trisomie 21 ansteigt.Dass die Entscheidung, sich diesen Untersuchungen zu unterziehen, vielen schwer fällt, mag vor allem daran liegen, dass die Fruchtwassertests einige Risiken bergen. Bei der Überprüfung von Gewebe kann es zu einer Blutung im Mutterkuchen kommen, oder aber die Fruchtblase springt. Im schlimmsten Fall – und dieser tritt etwa bei jeder 100. Untersuchung auf – wird sogar eine Fehlgeburt ausgelöst.

Die 2002 gegründete Fetal Medicine Foundation Deutschland (FMF), eine Vereinigung aus Frauenärzten, Labormedizinern und Ultraschall-Spezialisten, will Untersuchungen im Mutterleib künftig sicherer machen. Anstelle von Fruchtwassertests sollen bald Ultraschall und Blutkontrolle bei Schwangeren eingesetzt werden. Das sei laut FMF schonender und weniger risikoreich für die werdende Mutter. Dadurch würden sich dann auch mehr schwangere Frauen zu einer Untersuchung bereit erklären.

Ein von der FMF geprüfter Arzt soll demnach in der 11. bis 14. Schwangerschaftswoche eine Ultraschall-Untersuchung vornehmen. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei dem Nacken des Ungebornen geschenkt, da zuviel Flüssigkeit in der Nackenhaut (”Nackentransparenz”) ein deutliches Anzeichen für Trisomie 21 ist. Da aber ein Drittel der Föten eine solche Auffälligkeit gar nicht zeigt, will sich die FMF nicht alleine auf den Ultraschall verlassen. Deshalb wird auch das Blut der Mutter untersucht, da die darin befindlichen Stoffe Beta-HCG und PAPP-A Hinweise auf Fehlbildungen oder Veränderungen der Chromosomen geben.

3. September 2010

Gebärfreudigeres Deutschland?

Abgelegt unter: Schwangerschaft — Bianca @ 14:17

Wie steht Deutschland zum Thema Abtreibung? Und vor allem, was sagen Mütter und solche, die es noch werden wollen? Der vorzeitige Abbruch einer Schwangerschaft ist ein bewusst herbeigeführter Eingriff. Genau aus diesem Grund ist er nach wie vor Gegenstand zahlreicher Diskussionen. Ist Abtreibung nun moralisch vertretbar oder werde ich dadurch zur Mörderin meines eigenen Kindes?

Aktuell bietet mit Sicherheit die Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) Zündstoff zur Diskussion. Laut der Zahlen zum zweiten Quartal dieses Jahres sollen die Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland um 1,2 Prozent zurückgegangen sein. In Zahlen macht das ungefähr 300 Abtreibungen weniger im Vergleich zum Vorjahr.

73 Prozent der Frauen, die sich zur Abtreibung entschieden, waren zwischen 18 und 34 Jahren alt und 15 Prozent zwischen 35 und 39 Jahren. Das verdeutlicht, dass nur ein geringer Anteil der Frauen außerhalb des gemäßigten Rahmens liegt. Für unter 18-jährige bedeutet das vier, für alle über 40 sind es 8 Prozent. Da stellt man sich die Frage, ob die jungen Mütter etwa auf dem Rückgang sind. Die Zahlen sprechen dafür. Dagegen stehen endlose Diskussionen in Internetforen sowie Dokumentationen über hoffnungslos überforderte Teenie-Mütter.

Und noch eine Angabe könnte Anlass zur Debatte geben: 97 Prozent aller Schwangerschaftsabbrüche wurden nach der erforderlichen Beratungsregelung durchgeführt. Somit kam es in nur drei Prozent aller Fälle aufgrund medizinischer oder kriminologischer Indikationen zu einem Abbruch. Eine medizinische Indikation liegt vor, wenn durch die Geburt die Gesundheit des Kindes gefährdet wäre, etwa durch eine schwere Behinderung. Darunter fällt auch eine Gefährdung der Mutter durch zu starke psychische Belastung. Von einer kriminologischen Indikation spricht man beispielsweise nach einer Vergewaltigung. Allerdings muss der Abbruch bis zum Ende der 12. Empfängniswoche erfolgen.

Insgesamt scheinen die Zahlen für das zweite Quartal 2010 eine positive Botschaft zu vermitteln. Weniger Abtreibungen – also ein offensichtlich gebärfreudigeres Deutschland. Oder nicht? Immerhin sind nur drei Prozent aller Schwangerschaftsabbrüche aufgrund medizinischer oder kriminologischer Motive erfolgt. Können die anderen 97 Prozent etwa nicht richtig verhüten?