Fischöl macht Kinder auch nicht klüger
“Essen für Zwei” ist in der Schwangerschaft bekanntermaßen nicht angesagt. Wichtig ist aber die richtige Ernährung, die Mutter wie Kind ausreichend Vitamin, Mineralstoffe usw. bietet, damit beide gesund bleiben, bzw. das Kind von Anfang an gesund heranwachsen kann.
Da wundert es nicht, wenn Schwangere auf Nahrungsergänzungen zurückgreifen, um auch wirklich möglichst alle Nährstoffe in ausreichender Menge zu erhalten. Mediziner sind davon meist wenig begeistert, da auch Schwangere mit einer normalen, ausgewogenen Ernährung alle benötigten Stoffe erhalten. Problematisch sind eigentlich nur Folsäure, das vor allem im ersten Schwangerschaftsdrittel und sogar schon vor der Schwangerschaft wichtig ist, Jod und eventuell Eisen.
Jod kann meistens einfach durch das Verwenden eines jodierten Speisesalzes, und den Verzehr von Milchprodukten und Seefisch ausreichend aufgenommen werden, ein eventueller Eisenmangel lässt sich ebenfalls durch einen nur leicht angepassten Speiseplan beheben, und meist werden Schwangeren vom Arzt Folsäuretabletten empfohlen oder gar verschrieben.
Oft wird Schwangeren auch zur Einnahme von Fischölkapseln geraten. Das Fischöl enthält eine mehrfach ungesättigte Fettsäure namens Docosahexaensäure (DHA), die besonders wichtig für den Aufbau der Nervenzellen ist. Eine ausreichende Versorgung mit dieser Fettsäure soll die kognitive Entwicklung der Kinder fördern, sprich: sie schlauer machen.
Ein Forscherteam der Universität von Adelaide (Australien) untersuchte nun in einer großen Studie mit 2.400 Teilnehmerinnen die Wirkung der hochgerühmten Fischölkapseln. Sie konnten dabei keinerlei Effekt bei der Intelligenz der Kinder feststellen. Auch eine eventuelle Wirkung auf die Rate von postpartale Depressionen bei den Müttern war nicht zu erkennen.
Maria Makrides, die Leiterin der Studie, schließt aber nicht aus, dass die verabreichte Dosis einfach nicht hoch genug war. Bei einer kleinen norwegischen Studie zu Fischöl in der Schwangerschaft hatten die Kinder von Müttern, die während der Schwangerschaft täglich Lebertran einnahmen, im Alter von vier Jahren einen höheren IQ als andere Kinder. Im Alter von sieben Jahren war dieser Unterschied aber nicht mehr vorhanden.
