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Baby-Zeit Blog

16. November 2007

Kinderarmut in Deutschland

Abgelegt unter: Aktuell — Melanie @ 14:30

Die Konjunktur boomt. Die Arbeitslosigkeit geht zurück. Und die Kinderarmut erreicht neuen Höchsttand. Vor knapp drei Jahren wurde in Deutschland die finanzielle Unterstützung Hartz IV eingeführt. Seit dieser Einführung hat sich die Anzahl der Jungen und Mädchen, die auf Sozialhilfe angewiesen sind, verdoppelt. Heute sind es rund 2,5 Millionen. Eine erschreckende Zahl. Schon bei der Einschulung ist jedes dritte Kind therapiebedürftig!

Wo es vor rund 40 Jahren nur jedes 75. Kind unter sieben Jahre war, das auf Sozialhilfe angewiesen war, ist es heute jedes 6. Kind. Noch viel erschreckender!

Was geht in diesem Land nur vor? Zwar wurde Anfang dieses Jahres das Elterngeld eingeführt, das Müttern und Vätern eine finanzielle Stütze sein soll. Allerdings wird dieses nur höchstens 14 Monate lang gezahlt und nicht wie das vorher gezahlte Erziehungsgeld über 2 Jahre. Doch was geschieht danach?

Die Lebensmittelpreise steigen stetig, doch die Löhne sind gleich geblieben. Gerade für Kinder ist zum Beispiel Milch ein wichtiger Calcium-Lieferant, der die Knochen stärkt und das Osteoporose-Risiko senkt. Man sollte pro Tag 1000 – 1500 mg Calcium zu sich nehmen. Erfrischungsgetränke erhält man heutzutage für 40 Cent pro 1,5-Liter-Flasche, wo man bei Milch jedoch noch etwas drauf legen muss, um gerade mal 1 Liter zu bekommen. Ärmere Familie greifen da vielleicht eher mal zum billigeren Getränk, das keineswegs zur Gesundheit Ihrer Kinder beiträgt, sie sogar eher noch durch den Hohen Zuckergehalt verschlechtert. Durch die schlechte Ernährung werden Kinder schneller krank. Vom Sozialleben werden Sie abgeschnitten und versagen oftmals in der Schule. Da kann nur noch ein bedingungsloses Grundeinkommen gegen die Kinderarmut helfen.  

Da klopfen sich die Herrn und Frauen der Politik gegenseitig auf die Schultern und der Aufschwung, den wir natürlich nur ihresgleichen zu verdanken haben, wird festlich gefeiert, und auf der anderen Seite können sich die Kinder von Hartz IV-Empfängern noch nicht mal mehr das Essen in der Schule leisten.

Irgendwas geht hier gewaltig schief und es macht mich sauer, dass die armen Kinder, die am wenigsten dafür können, dass ihre Eltern keine Arbeit finden, zu faul sind sich Arbeit zu suchen oder keine gute Ausbildung genossen haben, am meisten darunter leiden und sehr wenig dagegen getan wird.

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