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Baby-Zeit Blog

11. Oktober 2010

Merkblatt für Eltern asthmakranker Kinder

Abgelegt unter: Gesundheit — Bianca @ 10:05

Ungefähr 10 von 100 Heranwachsenden haben asthmatische Symptome. Für Eltern ist das nicht immer leicht, und auch wenn die Diagnose Asthma bei dem eigenen Nachwuchs feststeht, ist die Krankheit eine Belastung für viele Familien.

Wenn Eltern wissen, dass ihr Kind an Asthma erkrankt ist, machen sie sich selbstverständlich viele Sorgen um den Nachwuchs. Viele Familien wissen oft nicht, was die Diagnose Asthma für das Zusammenleben bedeutet und glauben, dass sie ihren ganzen Familienalltag nach der Erkrankung umstellen müssen.

Asthma ist eine chronische, also dauerhaft bestehende, Erkrankung der Atemwege und geht mit Begleiterscheinungen wie Husten und Atemnot einher. Die Krankheit ist heute aber mit Medikamenten und anderen unterstützenden Maßnahmen in der Regel gut in den Griff zu bekommen. Besonders wichtig ist es, dem Kind einen eigenständigen Umgang mit der Erkrankung beizubringen. Die Familie muss aufgrund der Asthma-Erkrankung jedoch nicht den gesamten Familienalltag umstellen.

Damit Eltern und ihr Nachwuchs in Zukunft besser mit der Krankheit umgehen können, gibt es auf der Seite der gesundheitsinformation.de jetzt ein Merkblatt zu Asthma. Dort können alle Familien, bei denen die Diagnose Asthma gestellt wurde – oder die sich einfach nur informieren wollen – alles über die Erkrankung der Atemwege nachlesen.

In dem Merkblatt für Asthma erfahren Eltern nicht nur, welche Beschwerden bei Asthma auftreten und mithilfe welcher Medikamente diese am besten einzudämmen sind, sondern auch, wie es überhaupt zur Erkrankung der Atemwege kommt. Sie können so auch schauen, ob es wirklich um Asthma oder doch eine andere Krankheit handelt. Familien, die ein asthmakrankes Kind haben, können sich so ausreichend über die Krankheit informieren.

4. Oktober 2010

Grippeimpfung schon für die ganz Kleinen

Abgelegt unter: Gesundheit — Alexandra @ 08:57

Die Central European Vaccination Advisory Group, kurz CEVAG, ist eine europäische Beratungsgruppe für Impfungen. Das Ziel der Gruppe ist es, den sicheren und effizienten Gebrauch von Impfstoffen zu fördern, um damit Krankheiten zu vermeiden, zu bekämpfen und, falls überhaupt möglich, auszurotten.

Die CEVAG empfiehlt nun, grundsätzlich alle Kinder ab einem Alter von sechs Monaten gegen die Grippe zu impfen. In Deutschland gilt bisher die Empfehlung, so kleine Kinder nur dann zu impfen, wenn sie unter einer chronischen Krankheit leiden. Diese Kinder sind dann nämlich besonders anfällig für eine Ansteckung, und bei ihnen kommt es auch öfter zu Komplikationen wie etwa Lungenentzündungen oder zusätzliche bakterielle Infektionen.

Die Empfehlung der CEVAG fußt allerdings nicht nur in der Sorge um die Gesundheit der betroffenen Kinder, sondern die Impfung soll indirekt auch andere Menschen, vor allem andere Risikogruppen, schützen. Das klingt zuerst mal befremdlich, scheint aber durchaus logisch zu sein: Kinder gehören mit zu den Hauptüberträgern von Grippeerregern, aber natürlich auch von anderen Krankheitskeimen. Sie haben viel öfter als Erwachsene Kontakt, auch engen Kontakt, mit anderen Menschen. Das gilt natürlich vor allem für Kontakte in Kindertagesstätten und Schulen. Zudem scheiden sie laut Ursel Lindlbauer-Eisenach vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte im Vergleich zu Erwachsenen größere Virenmengen über längere Zeit aus.

Mit einer sehr frühen Impfung für gesunde Kinder könnte man also eventuell die Verbreitung der Grippe stoppen und so im günstigsten Fall viele Todesfälle vermeiden.

28. Juli 2010

Frühe Hilfe für Risikofamilien

Abgelegt unter: Gesundheit — Alexandra @ 07:23

Ärzte der Universität Leipzig beobachten das Hausbesuchsprogramm “Pro Kind”, das seit einigen Jahren läuft, und haben erkannt, dass frühe Hilfen für Risikofamilien das Risiko von Vernachlässigung und Misshandlung von Kindern effektiv senken können.

Im Rahmen dieses Programmes werden Frauen in Problemsituationen schon während der Schwangerschaft von Hebammen und/oder Sozialarbeitern begleitet, die ihnen bei Problemen schon frühzeitig helfen können. So kann vermieden werden, dass an sich kleinere Probleme eskalieren und die Eltern aus Verzweiflung oder Ratlosigkeit ihre Kinder vernachlässigen oder sie gar misshandeln. Das Programm “Pro Kind” gibt es nicht nur in Sachsen, sondern auch in Niedersachsen und Bremen.

Im Rahmen dieser Programm werden die Schwangeren beispielsweise über Unterstützungsmöglichkeiten informiert und ihnen werden die Fahrtkosten zu den Vorsorgeuntersuchungen bezahlt. Ausgewählte Teilnehmerinnen werden außerdem von Familienbegleiterinnen  betreut, und zwar von der Schwangerschaft bis zum zweiten Lebensjahr des Kindes.

Dass dieses Programm auch seelische Probleme von Kleinkindern verhindern oder aufdecken kann, betonte Professor Kaí von Kitzing von der Uni Leipzig jetzt beim “Weltkongress für seelische Gesundheit im frühen Kindesalter”. Dieses Problem ist nicht zu unterschätzen, immerhin leiden drei bis sechs Kinder unter Depressionen. Deshalb sei es wichtig, dass die Mitarbeiter in Pflege und Betreuung Kenntnisse in Entwicklungspsychologie und im Bereiche der frühen Hilfen haben.

5. Juli 2010

Nie mehr “Engelchen flieg”?

Abgelegt unter: Gesundheit — Alexandra @ 10:54

Vermutlich kennen wir alle das Spiel “Engelchen flieg”. Dabei wird ein Kind an den Händen gefasst und vom Erwachsenen im Kreis herumgewirbelt. Das ist für den Wirbler je nach Größe es Kindes anstrengend, für die Kinder aber ist es meistens ein wildes Vergnügen, von dem man nie genug haben kann.

Da Vergnügen ist jetzt allerdings getrübt. Nimmt man nämlich ein Kind an den Händen hoch, wie man es ja bei “Engelchen flieg” auch macht, kann sich das Ellenbogengelenk des Kindes lockern. Bei Kindern bis zu vier Jahren passiert das noch sehr leicht.

Wird das Gelenk auseinandergezogen, rutscht das umgebende Gewebe sozusagen in den entstehenden Spalt hinein und wird dann eingeklemmt, wenn das Gelenk wieder an Ort und Stelle ist. Das ist natürlich sehr schmerzhaft, die Kinder können den Arm zudem kaum bewegen. Wenn das passiert ist, nehmen die Kleinen oft eine Schonhaltung ein, bei der sie den Arm vor den Körper an den Bauch legen, sagt Monika Lierhaus vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte.

Wenn das Kind Lähmungserscheinungen zeigt, muss das unbedingt vom Arzt abgeklärt werden. Er kann das Gelenk schnell wieder in die richtige Lage bringen, danach lassen die Schmerzen innerhalb weniger Minuten nach.

Übrigens kann nicht nur “Engelchen flieg” für so eine Verletzung sorgen. Sie kommt auch oft vor, wenn ein Kind stolpert und hinfällt, während es an der Hand der Eltern geht. Die Eltern halten die Hand des Kindes reflexartig fest, so dass es beim Fall mit ganzem Gewicht am Ellenbogen zieht.

14. Juni 2010

Wenn Kinder stürzen …

Abgelegt unter: Gesundheit — Alexandra @ 11:55

Wenn Kinder stürzen, sieht das oft ganz furchtbar aus: Sie fallen auf den Kopf bzw. mit dem Kopf voran, schlagen sich auf, bluten stark … aber ist es wirklich immer Anlass zur Panik? Nein, sagen Ärzte.

Gerade, aber natürlich nicht nur im Sommer, toben Kinder gerne herum. Bei kleineren Kindern reicht auch die Risikosportart “Laufen lernen”, damit es zu Stürzen, Unfällen und Verletzungen kommt. So kommt es jedes Jahr zu rund einer halben Million Unfälle in Haus und Freizeit. Eltern wissen dann oft nicht, ob sie mit ihrem Kind zum Arzt müssen, oder ob es nicht auch eine Kombitherapie aus Kühlung und ein bisschen Extra-Zuneigung tut.

Generell gilt natürlich: Lieber einmal zu oft zum Kinderarzt als einmal zu selten. Es gibt aber ein paar Faustregeln, wann man sich nicht zu sehr sorgen braucht und wann man zügig zum Arzt muss.

Kleine Kinder fallen, wenn sie stürzen, oft auf den Kopf und das Gesicht. Das liegt daran, dass der Kopf bei ihnen um Vergleich zu älteren Kindern und Erwachsenen einfach sehr groß ist. Zudem können sie oft noch nicht so schnell reagieren und ihren Sturz mit den Armen abfangen. So kommt es, dass sie relativ schnell Platzwunden am Kopf haben. Diese Wunden bluten stark und sehen deswegen sehr gefährlich aus – meist gefährlicher als sie sind, sagt Matthias Albrecht vom Runden Tisch “Prävention von Kinderunfällen” des Kinderschutzbunds Dortmund.

Solange das Kind schreit, ist meistens noch alles in Ordnung. Wirklich gefährlich wird es, wenn das Kind nichts sagt, sich übergeben muss oder gar das Bewusstsein verloren hat. Dann muss man sofort zum Arzt oder in die Notaufnahme. Alle diese Anzeichen deuten nämlich auf eine Gehirnerschütterung hin.

Wenn das Kind einen verwirrten oder schläfrigen Eindruck macht, sollte man sofort ins Krankenhaus, bzw. einen Krankenwagen rufen. Bei Kleinkindern ist das oft noch schwer zu beurteilen, aber bei älteren Kindern, die schon gut sprechen können, kann man den Zustand mit einfachen Fragen herausfinden. Man kann sie etwa nach den Namen der Geschwister oder, oft noch erfolgreicher, nach dem Lieblingskuscheltier befragen.

7. Juni 2010

Gehirnhautentzündung bei Raucherkindern

Abgelegt unter: Gesundheit — Alexandra @ 12:40

Meningokokken sind Bakterien, die etwa ein Drittel aller Menschen in ihrem Nasen-Rachen-Raum in sich tragen, ohne dass es überhaupt zu irgendwelchen Krankheitsanzeichen kommt. Werden die Meningokokken aber auf einen anderen Menschen mit einem evtl. geschwächten Immunsystem übertragen – meist geschieht das durch Tröpfcheninfektion, also über die kleinen Speicheltröpfchen beim Sprechen, Husten oder Niesen – können die Bakterien schlimme Krankheiten auslösen, etwa eine Gehirnhautentzündung oder eine Blutvergiftung.

Die Meningitis, also eine Gehirnhautentzündung, betrifft sehr oft Säuglinge und Kleinkinder. Ihr Abwehrsystem ist noch nicht völlig ausgebildet, daher kann es die Meningokokken noch nicht wirksam bekämpfen. Besonders gefährdet davon sind die Kinder von Rauchern.

Es ist schon lange bekannt, dass Kinder von Rauchern öfter an Erkrankungen der Atemwege leiden. Das Passivrauchen erhöht aber auch das Risiko einer Gehirnhautentzündung. Das hat eine tschechische Studie ergeben, die damit eine Theorie bestätigte, die eine amerikanische Studie schon 1994 aufgestellt hat.

Vermutlich schädigt das Passivrauchen der Kinder die Schleimhäute im Nasen-Rachen-Raum so sehr, dass die Meningokokken dort ein ideales “Einfallstor” in den Körper haben. Sie können sich dort ungehindert einnisten, vermehren, in das Blut gelangen und sich so über den ganzen Körper verteilen. Dort können sie dann eine Blutvergiftung oder eine Hirnhautentzündung auslösen, was zum Tod führen kann.

Zwar gibt es eine Schutzimpfung gegen Meningokokken, die vor der Erkrankung an einer von Meningokokken ausgelösten Infektion schützt. Das sollte aber natürlich kein Grund sein, das eigene Baby ständig dem Zigarettenrauch auszusetzen.

Tabakrauch ist nämlich auch einer der bekannte Risikofaktoren für den plötzlichen Kindstod, der immer noch jedes Jahr viel zu viele Todesopfer fordert.

17. März 2010

Tipps für Heuschnupfen-Kinder

Abgelegt unter: Gesundheit — Alexandra @ 15:14

Jetzt ist es bald wieder soweit: die ersten Pollen fliegen. Der harte lange Winter hat den Beginn der Pollenflugsaison etwas nach hinten geschoben, dafür droht dieses Jahr gleich ein Dreifach-Schlag. Birken, Haseln und Erlen werden dieses Jahr fast gleichzeitig blühen, die Birken sogar besonders stark.

Jedes zehnte Kind reagiert auf Pollen allergisch, und dieses Jahr erwarten Experten sogar einen starken Anstieg der Zahl der Heuschnupfen-Kinder, wegen der großen Allergenbelastung. Der Frühling wird für sie zur Qual: Schnupfen, Niesen, brennende Augen, Husten – so macht das Spielen im Freien keinen Spaß mehr.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) rät allen Eltern von Kindern mit Heuschnupfen-Symptomen, diese nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Die Beschwerden sollten immer ärztlich abgeklärt werden, damit daraus kein allergisches Asthma entsteht.Im Internet geben die Experten der BZgA Tipps rund um den Heuschnupfen. Das reicht vom Erkennen des Heuschnupfens bis hin zu den derzeitigen Behandlungsmöglichkeiten. Besonders interessant sind die Tipps dazu, wie man die Belastung durch die Pollen möglichst einschränkt, etwa durch das Lüften zur richtigen Tageszeit. Daneben gibt es noch viel Wissenswertes ganz allgemein zum Thema Allergien bei Kindern.

5. Februar 2010

Keine Heparinsalbe bei blauen Flecken

Abgelegt unter: Gesundheit — Alexandra @ 15:18

Es ist eine alte Tatsache: Kinder haben oft blaue Flecken. Sie sind quirlig und wollen überall hin, haben aber noch keine eigenes Gespür für Sicherheit und Gefahren. Sie verletzen sich beim Spielen, kleinere Kinder fallen beim Laufenlernen mal hin, oder sie holen sich auf tausend andere Arten Blutergüsse. Oft tut das nicht mal sehr weh, aber es kann furchtbar aussehen.

Zu einem Bluterguss kommt es, wenn ein Stoß die Haut zwar unverletzt lässt, die Blutgefäße aber beschädigt werden. Das Blut tritt aus und sickert in das umgebende Gewebe, wo es erst gerinnt und dann langsam vom Körper abgebaut wird.Manche Eltern greifen dann gerne zu einer Salbe mit Heparin, die die blauen Flecken schneller verschwinden lassen soll. Heparin ist ein Stoff, der die Blutgerinnung hemmt, das aus den Adern in das Gewebe ausgetretene Blut also praktisch auflösen soll. Kein Blut, kein blauer Fleck.

Ärzte raten aber davon ab, solche Salben oder Gele bei Kindern zu verwenden. Die Produkte können die empfindliche Haut der Kinder reizen oder sogar richtige Allergien auslösen. Ein Bluterguss löst sich normalerweise innerhalb von 14 Tagen komplett von selbst aus. Dabei wechselt er die Farbe je nach Abbaustadium von rot über lila, bräunlich-schwarz, dunkelgrün bis hin zu gelb und verschwindet dann.

Wenn ein Bluterguss sehr groß ist, schmerzt oder sich heiß anfühlt, sollte man mit dem Kind zum Arzt gehen. ie beste Sofortmaßnahme beim Entstehen eines blauen Flecken ist übrigens, die Stelle zu kühlen und hochzulagern. So wird der Fleck nicht so groß und dramatisch wie ohne Behandlung.

11. Dezember 2009

Therapie bei Down-Syndrom?

Abgelegt unter: Allgemein, Gesundheit — Alexandra @ 11:33

Je älter Frauen bei einer Schwangerschaft sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Kind das Down-Syndrom hat. Mit diesem Begriff bezeichnet man eine ungewöhnliche Verteilung der Chromosomen, die die Erbinformationen tragen: Das Chromosom 21 liegt dabei dreimal vor. Daher wird die Krankheit oft auch Trisomie 21  genannt.

Die Bandbreite der typischen Merkmale beim Down-Syndrom ist groß. Manche Kinder sehen einfach nur ein bisschen anders aus (rundliches Gesicht, mandelförmige Augen), andere leiden unter mehr oder weniger schweren geistigen Behinderungen.

Manche Eltern entscheiden sich, wenn bei einer Untersuchung während der Schwangerschaft Hinweise auf eine Trisomie 21 gefunden werden, für eine Abtreibung. Sie fühlen sich einem Leben mit einem behinderten Kind nicht gewachsen.

Es gibt aber auf der ganzen Welt auch Fälle, in denen Menschen mit Down-Syndrom ihr Leben nicht nur selbständig meistern, sondern auch Berufe wie Schauspieler oder Lehrer ergreifen.

Natürlich versucht die Forschung trotzdem Methoden zu finden, um die Probleme der Krankheit für diejenigen der Betroffenen mildern, die nicht so glimpflich davongekommen sind. Bei Mäusen ist kalifornischen Wissenschaftlern das jetzt gelungen.

Den Tieren, die eine Krankheit hatten, die dem Down-Syndrom beim Menschen entspricht, wurde eine bestimmte Substanz verabreicht, die den Informationsaustausch zwischen den Nervenzellen unterstützt. Ihre Symptome verschwanden daraufhin.

Die Forscher hoffen, dass die Methode auf den Menschen übertragbar ist. Sie könnten so die vom Down-Syndrom verursachten geistigen Behinderungen vielleicht bekämpfen.

26. November 2009

Wollen Eltern wirklich Antibiotika für Babys?

Abgelegt unter: Gesundheit — Alexandra @ 16:54

Kleine Kinder sind häufig erkältet, das ist nichts Neues. Eltern merken auch schnell, dass bei einer Erkältung Kinder viel dramatischer leiden als Erwachsene – Husten schüttelt den kleinen Körper, das Baby bzw. das Kind bekommt kaum noch Luft, und niemandem in der Umgebung bleibt verborgen, wie schlecht es dem Kind geht.

Da ist es kein Wunder wenn Eltern sich eine Behandlung wünschen, die möglichst schnell und effektiv wirkt, so dass das Kind bald wieder gesund wird und nicht mehr so leiden muss – schließlich leidet man ja mit. Das führt dazu, dass besorgte Eltern den Arzt dazu drängen, dem Kind ein Antibiotikum zu verschreiben – und Ärzte scheinen das wider besseres Wissen auch zu tun.

Die meisten Atemwegsinfekte bei Kindern werden aber durch Viren ausgelöst, und gegen Viren sind Antibiotika absolut wirkungslos! Nicht nur helfen sie nicht, sie sorgen auch für Resistenzen der Viren gegen Antibiotika – die Viren werden so immer gefährlicher.

Besonders verbreitet sind solche Resistenzen in Italien. Gleichzeitig ist eines der Länder, in dem die meisten Antibiotika verordnet werden. Wissenschaftler haben nun Ärzte befragt, warum sie so viele antibiotische Medikamente verordnen.

Einer der Gründe war “diagnostische Unsicherheit”. Die Ärzte waren sich also nicht sicher, was die Krankheit auslöst, und wollten auf Nummer Sicher gehen. Zudem sahen sie sich von der Erwartungshaltung der Eltern unter Druck gesetzt. Das könnte aber ein Missverständnis sein, denn die Eltern waren häufig schlecht informiert, und verlangten also nicht wirklich ein Antibiotikum für ihr Kind – vermutlich wollen sie eben einfach nur ein möglichst schnell wirksames Medikament!

Die Ärzte sollten also ihre Methoden verbessern. Vor allem aber müssen sie an der Kommunikation mit ihren Patienten bzw. deren Eltern arbeiten. Vermutlich gilt das nicht nur für Italien!

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