|
|
In Berlin beschäftigt sich der Deutsche Ethikrat mit der Präimplantationsdiagnostik (PID). Anlass für die aktuelle Sitzung ist das Urteil des Bundesgerichtshofs aus dem Juli letzten Jahres, nach dem die PID nicht mehr verboten ist.
Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Genuntersuchungen vorgenommen werden, um schwere Schädigungen auszuschließen, die dem aus der befruchteten Eizelle bzw. aus dem Embryo möglicherweise entstehenden Kindes drohen würden.
Allerdings gibt es noch kein Gesetz, dass die Handhabung der Präimplantationsdiagnostik regelt. Der Bundestag will aber noch in diesem Frühling die Lage anpacken und ein solches Gesetz erlassen, oder zumindest den Prozess starten. Um die Gesetzesfindung zu unterstützen, hat der Deutsche Ethikrat ausländische Experten für Ethik und für Fortpflanzungsmedizin eingeladen. Sie sollen darüber berichten, wie das Thema PID bei ihnen gehandhabt wird.
Besonders interessant für die deutschen Gesetzgeber ist dabei natürlich, wie die PIF gesetzlich geregelt werden soll – soll man eine Liste mit Krankheiten anlegen, auf die geprüft werden darf? Soll jeder einzelne Fall individuell von einer Kommission geprüft werden?
Laut einem Bericht der Zeit scheinen aber die deutschen Politiker, und noch nicht einmal die Ethikräte, nicht allen Informationen aufgeschlossen gegenüberzustehen: ” Doch in der Bundesrepublik, diesen Eindruck mussten die drei Gäste aus Großbritannien, Frankreich und Belgien mit nach Hause nehmen, dient das ethische Nachdenken vor allem der Ethik selbst – nicht der Beratung der parlamentarischen Demokratie oder gar dem Menschen.”
Kein Wunder – vermutlich sind sie nicht wirklich von der Gefahr betroffen, sich Embryonen einpflanzen zu lassen, die zum Tod noch während der Schwangerschaft verurteilt sein.
Und “Ethikrat” bedeutet auch nicht “Rat des Mitgefühls und des gesunden Menschenverstands”.
“Essen für Zwei” ist in der Schwangerschaft bekanntermaßen nicht angesagt. Wichtig ist aber die richtige Ernährung, die Mutter wie Kind ausreichend Vitamin, Mineralstoffe usw. bietet, damit beide gesund bleiben, bzw. das Kind von Anfang an gesund heranwachsen kann.
Da wundert es nicht, wenn Schwangere auf Nahrungsergänzungen zurückgreifen, um auch wirklich möglichst alle Nährstoffe in ausreichender Menge zu erhalten. Mediziner sind davon meist wenig begeistert, da auch Schwangere mit einer normalen, ausgewogenen Ernährung alle benötigten Stoffe erhalten. Problematisch sind eigentlich nur Folsäure, das vor allem im ersten Schwangerschaftsdrittel und sogar schon vor der Schwangerschaft wichtig ist, Jod und eventuell Eisen.
Jod kann meistens einfach durch das Verwenden eines jodierten Speisesalzes, und den Verzehr von Milchprodukten und Seefisch ausreichend aufgenommen werden, ein eventueller Eisenmangel lässt sich ebenfalls durch einen nur leicht angepassten Speiseplan beheben, und meist werden Schwangeren vom Arzt Folsäuretabletten empfohlen oder gar verschrieben.
Oft wird Schwangeren auch zur Einnahme von Fischölkapseln geraten. Das Fischöl enthält eine mehrfach ungesättigte Fettsäure namens Docosahexaensäure (DHA), die besonders wichtig für den Aufbau der Nervenzellen ist. Eine ausreichende Versorgung mit dieser Fettsäure soll die kognitive Entwicklung der Kinder fördern, sprich: sie schlauer machen.
Ein Forscherteam der Universität von Adelaide (Australien) untersuchte nun in einer großen Studie mit 2.400 Teilnehmerinnen die Wirkung der hochgerühmten Fischölkapseln. Sie konnten dabei keinerlei Effekt bei der Intelligenz der Kinder feststellen. Auch eine eventuelle Wirkung auf die Rate von postpartale Depressionen bei den Müttern war nicht zu erkennen.
Maria Makrides, die Leiterin der Studie, schließt aber nicht aus, dass die verabreichte Dosis einfach nicht hoch genug war. Bei einer kleinen norwegischen Studie zu Fischöl in der Schwangerschaft hatten die Kinder von Müttern, die während der Schwangerschaft täglich Lebertran einnahmen, im Alter von vier Jahren einen höheren IQ als andere Kinder. Im Alter von sieben Jahren war dieser Unterschied aber nicht mehr vorhanden.
Die Röteln sind eine typische Kinderkrankheit. Sie werden von Viren übertragen, treten vor allem bei Kindern auf, wer die Erkrankung durchmacht, ist danach lebenslang immun gegen die Krankheit. In vielen Fällen verläuft die Infektion, die rötliche Flecken am ganzen Körper verursacht, sehr schwach, so dass die Krankheit an sich direkt harmlos ist. Warum also sich überhaupt gegen Röteln impfen lassen, zumal die Krankheit heute sehr selten geworden ist und es deswegen nicht mehr oft zur Ansteckung kommt? Dieser Frage hat auch das Gesundheitsportal NetDoktor.de unlängst wieder einige Zeilen gewidmet.
Natürlich sind die Röteln deswegen selten geworden, weil es dagegen eine Impfung gibt. Die Impfung wird gegen Ende des ersten und dann noch einmal im zweiten Lebensjahr vorgenommen. Heute ist die kombinierte Impfung gegen Röteln, Mumps und Masern üblich, oft ist auch die Impfung gegen Windpocken noch dabei.
Je mehr Kinder gegen Röteln geimpft sind, desto weniger können daran erkranken, die Krankheit “hält” sich einfach nicht so in der Bevölkerung. Aber warum ist das so wichtig, wenn die Krankheit ja meist nicht so schlimm ist?
Wirklich gefährlich sind die Röteln für die allerkleinsten Kinder – für die Ungeborenen. Steckt sich eine Frau während der Schwangerschaft an, kann es zu Fehlbildungen beim Kind oder sogar zu Fehlgeburten kommen. Das gilt vor allem, aber nicht nur, für Infektionen im ersten Schwangerschaftsdrittel.
Ärzte raten deshalb, falls Mädchen nicht schon als Kleinkind geimpft wurden, sie vor der Pubertät noch impfen zu lassen. Die Impfung ist allerdings auch später möglich, was natürlich besonders vor einer geplanten Schwangerschaft bedacht werden sollte. Wenn ihr ein Kind plant, solltet ihr also auch schon früh prüfen, ob ihr einen ausreichenden Rötelnschutz habt, entweder durch eine Röteln-Schutzimpfung, oder weil ihr eine Ansteckung mit Krankheit durchgemacht habt.
Wer sich oder seine Kinder impfen lässt, schützt also nicht nur sich selber und evtl. das eigene ungeboren Kind vor Ansteckung und Schäden, sondern kann auch keine anderen Menschen anstecken – und dabei könnte auch eine Schwangere sein. Deswegen raten Ärzte einstimmig zur Rötelnimpfung.
Jedes Jahr lassen rund 170 000 Schwangere ihr Fruchtwasser untersuchen oder sich Gewebe aus dem Mutterkuchen entnehmen. Der Grund: Dadurch lassen sich Behinderungen und genetische Auffälligkeiten des ungeborenen Kindes, beispielsweise Trisomie 21 (Down-Syndrom), früh erkennen. Auch Herzfehler, Auffälligkeiten im Gehirn und an den Gliedmaßen des Ungeborenen lassen sich durch diese Methoden besser abschätzen. Werdenden Müttern über 35 werden diese Untersuchungen von den Krankenkassen angeboten, da mit dem Alter das Risiko für Krankheiten wie Trisomie 21 ansteigt.Dass die Entscheidung, sich diesen Untersuchungen zu unterziehen, vielen schwer fällt, mag vor allem daran liegen, dass die Fruchtwassertests einige Risiken bergen. Bei der Überprüfung von Gewebe kann es zu einer Blutung im Mutterkuchen kommen, oder aber die Fruchtblase springt. Im schlimmsten Fall – und dieser tritt etwa bei jeder 100. Untersuchung auf – wird sogar eine Fehlgeburt ausgelöst.
Die 2002 gegründete Fetal Medicine Foundation Deutschland (FMF), eine Vereinigung aus Frauenärzten, Labormedizinern und Ultraschall-Spezialisten, will Untersuchungen im Mutterleib künftig sicherer machen. Anstelle von Fruchtwassertests sollen bald Ultraschall und Blutkontrolle bei Schwangeren eingesetzt werden. Das sei laut FMF schonender und weniger risikoreich für die werdende Mutter. Dadurch würden sich dann auch mehr schwangere Frauen zu einer Untersuchung bereit erklären.
Ein von der FMF geprüfter Arzt soll demnach in der 11. bis 14. Schwangerschaftswoche eine Ultraschall-Untersuchung vornehmen. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei dem Nacken des Ungebornen geschenkt, da zuviel Flüssigkeit in der Nackenhaut (”Nackentransparenz”) ein deutliches Anzeichen für Trisomie 21 ist. Da aber ein Drittel der Föten eine solche Auffälligkeit gar nicht zeigt, will sich die FMF nicht alleine auf den Ultraschall verlassen. Deshalb wird auch das Blut der Mutter untersucht, da die darin befindlichen Stoffe Beta-HCG und PAPP-A Hinweise auf Fehlbildungen oder Veränderungen der Chromosomen geben.
Wie steht Deutschland zum Thema Abtreibung? Und vor allem, was sagen Mütter und solche, die es noch werden wollen? Der vorzeitige Abbruch einer Schwangerschaft ist ein bewusst herbeigeführter Eingriff. Genau aus diesem Grund ist er nach wie vor Gegenstand zahlreicher Diskussionen. Ist Abtreibung nun moralisch vertretbar oder werde ich dadurch zur Mörderin meines eigenen Kindes?
Aktuell bietet mit Sicherheit die Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) Zündstoff zur Diskussion. Laut der Zahlen zum zweiten Quartal dieses Jahres sollen die Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland um 1,2 Prozent zurückgegangen sein. In Zahlen macht das ungefähr 300 Abtreibungen weniger im Vergleich zum Vorjahr.
73 Prozent der Frauen, die sich zur Abtreibung entschieden, waren zwischen 18 und 34 Jahren alt und 15 Prozent zwischen 35 und 39 Jahren. Das verdeutlicht, dass nur ein geringer Anteil der Frauen außerhalb des gemäßigten Rahmens liegt. Für unter 18-jährige bedeutet das vier, für alle über 40 sind es 8 Prozent. Da stellt man sich die Frage, ob die jungen Mütter etwa auf dem Rückgang sind. Die Zahlen sprechen dafür. Dagegen stehen endlose Diskussionen in Internetforen sowie Dokumentationen über hoffnungslos überforderte Teenie-Mütter.
Und noch eine Angabe könnte Anlass zur Debatte geben: 97 Prozent aller Schwangerschaftsabbrüche wurden nach der erforderlichen Beratungsregelung durchgeführt. Somit kam es in nur drei Prozent aller Fälle aufgrund medizinischer oder kriminologischer Indikationen zu einem Abbruch. Eine medizinische Indikation liegt vor, wenn durch die Geburt die Gesundheit des Kindes gefährdet wäre, etwa durch eine schwere Behinderung. Darunter fällt auch eine Gefährdung der Mutter durch zu starke psychische Belastung. Von einer kriminologischen Indikation spricht man beispielsweise nach einer Vergewaltigung. Allerdings muss der Abbruch bis zum Ende der 12. Empfängniswoche erfolgen.
Insgesamt scheinen die Zahlen für das zweite Quartal 2010 eine positive Botschaft zu vermitteln. Weniger Abtreibungen – also ein offensichtlich gebärfreudigeres Deutschland. Oder nicht? Immerhin sind nur drei Prozent aller Schwangerschaftsabbrüche aufgrund medizinischer oder kriminologischer Motive erfolgt. Können die anderen 97 Prozent etwa nicht richtig verhüten?
Jedes Jahr werden in Deutschland um die 180.000 junge Frauen unter zwanzig Jahren schwanger, meist von einem ähnlich jungen Partner. Natürlich haben diese jungen Eltern viele Fragen rund um Schwangerschaft, und später um den Elternalltag. Um speziell solchen jungen oder sogar minderjährigen Eltern entgegenzukommen, gibt es von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) das Internetportal Schwanger unter 20.
Das Informationsangebot wurde jetzt aufgestockt, und zwar um die zwei Themenschwerpunkte “Erste Zeit mit Kind” und “Elternalltag“. Darin werden Themen angesprochen, die zwar alle Eltern interessieren, die sehr jungen Eltern aber besonders belasten und vielleicht überfordern können. Das reicht von Informationen über die Vorsorgeuntersuchungen und grundlegende Babypflege bis hin zu Fragen der finanziellen und anderweitigen Unterstützung, etwa durch das Jugendamt.
Erfahrungsberichte erzählen vom Elternalltag, also etwa davon, wie sich die Beziehung zu den eigenen Eltern gestalten kann – die oft noch das Erziehungsrecht über die jungen Eltern haben. Konflikte sind da vorprogrammiert.
Zudem sind minderjährige Eltern noch nicht voll geschäftsfähig, dürfen also nicht selbstständig Verträge abschließen. Deswegen erhalten minderjährige Mütter einen gesetzlichen Amtsvormund, der ihr bei allen Angelegenheiten, die sie selbst noch nicht entscheiden darf, zur Seite steht. “Vormund” heißt hier aber nicht, dass die Entscheidungen von ihm getroffen werden. Auch über diese Amtsvormundschaft und die möglichen Alternativen informiert die BZgA auf ihrer Internetseite.
Die Ratschläge erstrecken sich auch auf das Gebiet der Partnerschaft, denn gerade eine ganz junge Beziehung wird durch Schwangerschaft und Geburt oft sehr belastet. Auf der Seite der BZgA finden junge Eltern auch hierzu viele Tipps.
Die indischen 70-jährigen “Weltrekordmütter” schlägt sie damit nicht, aber ein kleiner Rekord ist es trotzdem: Eine 60-jährige Chinesin hat letzte Woche Zwillinge bekommen und ist damit die älteste frischgebackene Mutter des Landes.
Die Frau, die in den Medien unter dem Pseudonym Cheng Lin bekannt ist, wurde in der 34. Schwangerschaftswoche mit einem Kaiserschnitt von zwei Mädchen entbunden. Die Mädchen entstanden durch eine erfolgreiche künstliche Befruchtung per In-vitro-Fertilisation (IVF).
Cheng Lin entschloss sich zu diesem eher ungewöhnlichen Schritt, da sie nicht über den Tod ihrer Tochter Tingting hinwegkam, die zusammen mit ihrem Ehemann im vergangenen Jahr im Alter von 28 Jahren bei einem Giftgasunfall ums Leben kam.
Während ihr Ehemann anfangs dagegen war, wurde Cheng Lin von Freunden und Verwandten zu einer künstlichen Befruchtung ermutigt. Nachdem die Frau ihren Ehemann überzeugt hatte, reiste das Paar nach Beijing und sprach mit einer ganzen Reihe von Spezialisten für künstliche Befruchtung. Die meisten davon hielten die Erfolgschancen für äußerst gering, und hatten auch wegen des Alters der Frau Bedenken.
Schließlich fand Cheng Lin aber einen Arzt und unterzog sich einer Fruchtbarkeitsbehandlung. Im Oktober 2009 wurden ihr dann Embryonen eingesetzt und sie wurde mit Zwillingen schwanger. Nun ist sie also mit 60 Jahren noch einmal Mutter geworden.
Wie oft bei Mehrlingsschwangerschaften entschlossen sich auch Cheng Lins Ärzte zu einem Kaiserschnitt. Die zwei Mädchen sind nun auf der Intensivstation, in Brutkästen, und werden medizinisch überwacht. Ihr Zustand ist nach Angaben des Krankenhauses stabil.
Cheng Lin und ihr Mann sind zuversichtlich, dass sie trotz ihres Alters die Kinder aufziehen können. “Sie geben uns den Mut, weiterzuleben”, sagt Cheng Lin.
Natürlich ist der Wunsch verständlich, über die Trauer um die verlorene Tochter hinwegzukommen. Aber ist es der richtige Weg – unabhängig vom Alter -, einfach neue Kinder zu bekommen, quasi als Ersatz?
In England ist eine Frau nach einer 13 Jahre dauernden Leidensgeschichte endlich Mutter ihres ersehnten Wunschkindes geworden. Die 33-Jährige und ihr Partner sind seit einem knappen Vierteljahr Eltern einer kleinen Tochter.
Vor der Geburt des Mädchens hatte Angie Baker 18 Fehlgeburten erlitten. Der BBC gegenüber sagte die glückliche Mutter nun laut web.de über ihre Tochter: “Sie ist mein kleines Wunder. Ich kann meine Gefühle nicht beschreiben. Sie ist in jeder Hinsicht perfekt”.
Schon bei ihrer ersten Schwangerschaft im Alter von 20 Jahren hatte Angie eine Fehlgeburt erlitten, und genauso erging es ihr mit den folgenden Schwangerschaften. Immer verlor sie nach fünf bis acht Wochen das Baby, das sie sich doch so sehr wünschte.
Auch für den Arzt, den sie deswegen aufsuchte, ist so eine lange Reihe von Fehlgeburten nicht normal. Bei Untersuchungen stellte sich heraus, das Angie besonders viele so genannte “natürliche Killerzellen” (NK) im Blut hatte. Er verordnete Angie Baker deswegen Steroide, die sie vor der Zeugung zwei Wochen lang einnahm.
Der genaue Zusammenhang zwischen einem erhöhten NK-Spiegel und Fehlgeburten ist noch unbekannt, aber im Allgemeinen wird davon ausgegangen, dass ein hoher NK-Wert das Risiko für eine Fehlgeburt steigert. Ein normaler NK-Wert liegt bei etwa drei Prozent, als riskant für die Schwangerschaft gilt ein Wert von etwa 15 Prozent.
Die natürlichen Killerzellen sind ein wichtiger Bestandteil des Immunsystems. Um sie zu unterdrücken, können verschiedene Medikamente verabreicht werden. So soll die Schwangerschaft geschützt und einer Fehlgeburt vorgebeugt werden. Viele Ärzte halten die Behandlung aber für mindestens zweifelhaft, weil ein hoher NK-Spiegel im Blut nicht unbedingt auch einen hohen NK-Spiegel in der Gebärmutter bedeutet und zudem der Zusammenhang zwischen Killerzellen und Fehlgeburten nicht wirklich bekannt ist.
Wenn Frauen während der Schwangerschaft rauchen, beschwören sie damit die Gefahr herauf, dass ihr Kind später Verhaltensprobleme hat. Auch das Risiko für ADHS, die Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung, ist bei Kindern von Raucherinnen höher.
Im Rahmen der Millenium Cohort Study britischer und us-amerikanischer Forscher wurden über 14.000 Mütter und ihre Kinder untersucht. Dabei stellte sich deutlich heraus, dass die Kinder (vor allem die Söhne) von starken Raucherinnen, die auch in der Schwangerschaft auf das Rauchen nicht verzichten wollten, ein um 80 Prozent erhöhtes Risiko für Verhaltensprobleme hatten.
Die Mütter wurden nach der Stärke ihres Zigarettenkonsums während der Schwangerschaft in leichte oder starke Raucherinnen eingeteilt. Sie sollten das Verhalten ihres dreijährigen Kindes anhand eines Fragebogens einordnen, der sich auf Verhaltensprobleme, Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsstörungen konzentriert.
Die Wissenschaftler schlossen dann alle Faktoren aus, die das Ergebnis ebenfalls beeinflussen konnten, etwa das Alter der Mutter, ihr Bildungslevel und ihr sozialer und ökonomischer Status, oder die Stabilität der Familie.
Es zeigte sich, dass es bei leichten Raucherinnen im Vergleich zu Nichtraucherinnen 40% wahrscheinlicher war, einen Sohn mit Verhaltensproblemen zu bekommen. Bei starken Raucherinnen war die Wahrscheinlichkeit sogar um 80% erhöht.
Interessanterweise war bei den dreijährigen Mädchen das Rauchen der Mutter während der Schwangerschaft zwar ebenfalls mit Verhaltensproblemen verbunden, aber nicht mit Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsstörungen.
Die Untersuchung wurde von Professor Kate Pickett geleitet, die aus den Ergebnissen den Schluss zieht, dass Rauchen in der Schwangerschaft einen direkten Einfluss auf die Hirnentwicklung des Fötus hat. Die unzähligen Gifte aus den Zigaretten beeinträchtigen direkt das Gehirn des ungeborenen Kindes.
War uns das Ganze etwa neu? Nein. Werden unbelehrbare Schwangere sich von diesen Erkenntnissen vom Rauchen abbringen lassen, um ihrem Kind wirklich den bestmöglichen gesunden Start ins Leben zu geben und spätere Probleme zu verhindern? Wohl auch nicht.
Während der Schwangerschaft sollten Frauen nicht unbedingt allen Gelüsten tatsächlich hemmungslos nachgeben – dazu gehört auch die Lust auf eine ordentliche Portion Lakritze.
Schottische und finnische Wissenschaftler haben achtjährige Kinder aus Finnland untersucht, wo junge Frauen besonders viel Lakritze essen. Die Kinder von Frauen, die während ihrer Schwangerschaft viel Lakritze gegessen haben, schnitten bei Tests schlechter ab als andere Kinder.
Die Forscher verdächtigen den Bestandteil Glycyrrhizin, die Plazenta zu schädigen, so dass Stresshormone von der Mutter auf das Kind übertragen werden können. Es wird vermutet, dass große Mengen dieser Hormone die Entwicklung des Hirnes beim Fötus beeinträchtigen. Sie werden auch mit Verhaltensstörungen in Verbindung gebracht.
Anhand der Ergebnisse der Untersuchungen lässt sich erkennen, dass 500 mg Glycyrrrhizin pro Woche (das entspricht etwa 100 g Lakritze) während der Schwangerschaft die Wahrscheinlichkeit erhöht, ein Kind mit niedrigerer Intelligenz und mit auffälligem Verhalten zu bekommen. Die Kinder hatte kürzere Aufmerksamkeitsspannen und zeigten öfter auffälliges Verhalten.
Von früheren Studien wissen wir außerdem, dass Lakritze mit ein Grund für Frühgeburten sein kann. Alles in allem sollte man vielleicht während der Schwangerschaft die Finger komplett von Lakritze lassen!
— Nächste Seite »
|