Muttermilch in der Suppe?
Muttermilch enthält viele Nährstoffe und soll sogar Allergien vorbeugen. Ja - soweit richtig! Aber nicht nur für Babys soll die Muttermilch gut sein, sondern auch für Erwachsene. Das behauptet zur Zeit ein Wirt aus Winterthur in der Schweiz. Hans Lochers Restaurant “Storchen” soll jetzt mit neuen Angeboten auf der Speisekarte glänzen und wieder mehr Menschen in den kleinen Ski-Ort in der Schweiz locken.
Seine Idee: Er will Gerichte, sei es nun Suppe, Milchreis oder Züricher Geschnetzeltes mit einem Spritzer Muttermilch verfeinern.
Mal abgesehen davon, dass man schon alleine beim Lesen dieses Satzes eine Gänsehaut bekommt, haben sich natürlichen auch gleich mal die Behörden und Ämter eingeschaltet. Man ist sich nicht sicher, ob dieses Unternehmen genehmigt werden soll oder nicht. In keinem Gesetz steht, dass der “Ausschank” von Muttermilch verboten ist. Wie auch? Schließlich kommt nicht alle Tage jemand auf so eine - naja - außergewöhnliche Idee. “Wir sind alle damit aufgezogen worden. Weshalb sollte Muttermilch jetzt nicht mehr zu unserem Speiseplan gehören”, sagte der Wirt.
Und hier kommt der Züricher Kantonchemiker Rolf Etter ins Spiel. Seiner Meinung nach gehöre der Mensch nicht zu den Säugetieren, deren Produkte man verarbeiten dürfe und Hans Lochers Handlung würde gegen das Lebensmittelgesetz verstoßen.
Zwar kocht der experimentierfreudige Schweizer die Muttermilch vor der Verarbeitung ab, aber ob das ganze tatsächlich so gesund ist, wie der Storchen-Wirt behauptet, sei mal dahin gestellt. Schließlich wissen wir ja, dass eine Mutter während der Zeit vom Stillen nicht rauchen, keinen Alkohol zu sich nehmen und sich gesund ernähren sollte, weil sich all die Giftstoffe, die Sie zu sich nimmt, durch die Muttermilch auf ihr Kind übertragen. Aber woher weiß man, ob eine Frau, die weiß, dass die Muttermilch eh nicht für ihr Kind ist, sondern für irgendeinen Fremden, sich tatsächlich auch an diese Regeln hält? Immerhin bekommt Sie für 400ml der kostbaren Flüssigkeit gerade mal 6,50 €!
Hans Locher hat sich letztendlich doch nochmal durch den Kopf gehen lassen, ob er sich den Gesetzesvertretern und auch dem Taramtamtam des Gesundheitsamtes stellen möchte und hat sein Vorhaben bereits verworfen. So schnell wie er diese Idee begraben hat, stellt sich mir die Frage, ob der gute Mann seine Idee nun wirklich umsetzen wollte, oder sich einfach mal nur für ein paar Tage im Netz und in den Medien wichtig machen wollte, um ein bisschen ins Gespräche zu kommen. Schließlich ist schlechte Werbung immer noch besser, als gar keine!

man merkt das die tage wieder kürzer werden und die menschen mehr zeit haben um sich blöde sachen einfallen zu lassen. … und wer hat’s erfunden? … naja diese kreation wird sich wohl kaum in die reihe der berühmten schweizer erfindungen einreihen.
Kommentar von Ulli — 5. Oktober 2008 @ 00:32