Väter tun sich auch schwer mit Kind und Alltag …
Ob die Vorreiterinnen der Gleichberechtigung sich das so vorgestellt haben? Eigentlich ist das Ziel ja, dass Frauen die gleichen Chancen bekommen wie Männer – gleiches Geld für gleiche Leistung ist nur ein Bestandteil dieser Forderungen. Gleiche Probleme für Männer – das war bestimmt nicht das Ziel.
Inzwischen ist es allgemein bekanntes und akzeptiertes Wissen, dass es für Frauen schwer ist, ihre Kinder, bzw. ihre Familie, und ihren Beruf miteinander zu vereinbaren. Sogar wenn eine Mutter in der glücklichen Lage ist ihre eigene Chefin zu sein oder gar von zu Hause aus arbeiten zu können, gibt es doch immer wieder neue Probleme, die bewältigt werden wollen: Das Kind ist krank, die Mutter sollte eigentlich mit einem Kunden sprechen. Der Kindergarten ist plötzliche geschlossen, die Mutter muss einen wichtigen Auftrag rechtzeitig abliefern.
Väter sind da fein raus: Entweder sie arbeiten ganz normal weiter und müssen sich dafür zu Hause um nichts kümmern, oder sie nehmen Elternzeit, genießen es ihre Kinder aufwachsen zu sehen und stehen auch noch da wie Helden, weil sie immer noch die Ausnahme sind. So sollte man zumindest meinen.
Es ist aber so, dass Männer genauso große Probleme wie Frauen haben, wenn es um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie geht. Oft werden ihnen Knüppel zwischen die Beine geworfen, wenn sie in Elternzeit gehen wollen. Zwei Monate werden noch jedem “genehmigt” – schließlich gibt es dadurch mehr Geld, das kann jeder Arbeitgeber nachvollziehen. Wenn Väter ihre Arbeit aber länger unterbrechen wollen, fangen die Probleme erst an.
Das Problem ist zwar noch jung, aber wohl doch schon so wichtig, dass sich Akademiker damit beschäftigen (klar, jetzt ist es ja ein Männerproblem, und nicht ein so albernes Frauenproblemchen!). Zumindest halten jetzt schon Wissenschaftler Vorträge darüber, was man tun könne, damit Mann sich besser auf die Familie konzentrieren kann.
Ist das übertrieben? Oder sollte man nicht vielmehr nach Wegen suchen, wie Eltern generell Familie und Erwerbstätigkeit vereinen können? Muss das wirklich in “Väter” und “Mütter” aufgespalten werden?
