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Enkopresis bei Kindern



Das Einkoten bei Kindern wird in der Fachsprache Enkorpresis genannt. Diese Stuhlinkontinenz bei Kindern, die in Ihre Unterwäsche einkoten, nennt man nur dann so, wenn Sie nach dem dritten Lebensjahr auftaucht. Normalerweise ist das Erlernen der Stuhlkontrolle mit dem zweiten oder dritten Lebensjahr abgeschlossen. Das Einkoten älterer Kinder ist eine Krankheit. Von dieser Krankheit sind Jungs dreimal mehr betroffen als Mädchen und sie kommt am häufigsten zwischen dem 7. und 9. Lebensjahr vor. Meist tritt das Einkoten nur tagsüber auf und bei einem Viertel der Fälle kommt auch noch das Einnässen dazu.

Man unterscheidet zwei Formen der Enkopresis:

  • Das Primäre Einkoten, das bei Kindern über 3 Jahre auftritt, die nie richtig gelernt haben, Ihren Stuhlgang unter Kontrolle zu halten
  • und das sekundäre Einkoten, das Kinder mit unterschiedlichem Alter betritt, die einst sauber waren und nun wieder rückfällig geworden sind.

Ursachen für das Einkoten



Man unterscheidet auch in der Ursache der Enkopresis zwischen 2 Arten: Zum einen die Retentive Enkorpresis, deren Ursache zu 80-95% eine Verstopfung ist und die Nicht-retentive Enkorpresis, deren Ursachen zu 5-20% psychischer Natur sind.

Retentive Enkorpresis
Der Ausgangspunkt ist eine chronische Verstopfung und kann bei Kindern relativ häufig vorkommen. Im Mastdarm und im Dickdarm bilden sich dadurch harte und große Stuhlmassen, deren Entleerung aus dem Darm sehr schmerzhaft ist.

Durch die Angst, es könnte wieder wehtun, halten die Kinder den Stuhl zurück, was die Verstopfung wieder verschlimmert. Man kann das Zurückhalten des Stuhls bei einem Kind so erkennen, dass es in die Hocke geht oder für längere Zeit still hält, weil es so für das Kind leichter ist, das Bedürfnis zu unterdrücken. Die Darmwand wird ausgedehnt und erschlafft, was zur Folge hat, dass Kinder irgendwann kein Gefühl mehr dafür haben, ob der Darm voll ist oder nicht. Aus diesem Grund merken Sie auch nicht, wenn sich der Darm von alleine entleert, denn der weiche Stuhl, der über dem harten Stuhl liegt und noch nicht eingedickt ist, rutscht so zu sagen an dem harten Stuhl vorbei. Das Einkoten bedeutet für Kinder eine extreme seelische Belastung. Minderwertigkeitsgefühle, Angst vor Spott und Strafe sind die Folge.

Einkoten lässt sich jedoch behandeln. Der Arzt nimmt dabei eine Darmentleerung mit Hilfe eines Abführmittels vor. Damit das Einkoten nicht von neuem beginnt, weil die Darmsensibilität vermindert ist, wird weiterhin Abführmittel verabreicht und das ungefähr für vier bis sechs Monate. Danach wird die Medikamentendosis langsam abgesenkt und die Sensibilität des Darms wieder hergestellt. Viel Flüssigkeit und Ballaststoffe sind ebenfalls eine wirkungsvolle Maßnahme gegen das Einkoten, jedoch ist Sie zur alleinigen Heilung nicht ausreichend. Außerdem sollte man mit seinem Kind ein Stuhltraining durchziehen. Das Kind sollte mindestens 1 Mal am Tag für 5 Minuten und immer um dieselbe Zeit versuchen, den Darm zu entleeren. So lernt es den regelmäßigen Gang zur Toilette wieder.

Nicht-retentive Ekopresis
Kinder, die Einkoten, können aber auch psychische Probleme haben. Das Kind leidet vielleicht unter einer nervösen inneren Spannung. Es kann sein, dass das Einkoten ein Ruf nach Liebe und Aufmerksamkeit darstellt. Gerade wenn ein Geschwisterkind geboren wird, kommt es häufig zum Einnässen und Einkoten. Manche Kinder haben auch Zwangsstörungen, wie zum Beispiel Angst vor der Toilette. Aber auch ein Schulwechsel ein Krankenhausaufenthalt können die Ursachen dafür sein. Zur Behandlung wird Ihnen der Arzt raten, dem Kinder besonders viel Liebe, Aufmerksamkeit, Zuwendung und Geborgenheit zu schenken. Außerdem werden Behandlungsformen angewandt, wie Sie auch bei der Retentiven Enkopresis vorkommen, eingesetzt.

Natürlich müssen Sie als Eltern unterscheiden können, ob es nur ab und zu vorkommt, dass Ihr Kind einkotet, weil es vielleicht unter Durchfall oder Verstopfung leidet oder ob das Einkoten häufiger vorkommt und es auffällig wird, dass das Kind einfach noch nicht damit umzugehen weiß. Sie können Sie dabei von Ihrem Arzt beraten lassen oder sich auch Hilfe in unserem Forum von anderen Mütter holen, die vielleicht das selbe Problem mit Ihrem Sprössling haben.