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Siamesische Zwillinge



Eineiige Zwillinge, die eine Fehlentwicklung aufweisen, bei der sie nach der Geburt körperlich miteinander verbunden sind, nennt man Siamesische Zwillinge.

Im Falle der eineiigen Zwillinge teilt sich die befruchtete Eizelle in zwei eigene Embryonalanlagen auf. Wenn die Durchschnürung des Embryolasten im späten Entwicklungsstadium der Blastozyste nach dem 13. Tag nach der Befruchtung nicht vollständig war, dann bleiben die Feten miteinander verbunden.

Statistisch gesehen, ist eine Doppelfehlbildung eher unwahrscheinlich. Die Wahrscheinlichkeit liegt zwischen 1:60000 und 1:200000. Wenn während der Schwangerschaft bekannt wird, dass es sich um ein siamesisches Zwillingspaar handelt und die Mutter die Zwillinge trotzdem auf die Welt bringen möchte, dann wird die Geburt per Kaiserschnitt durchgeführt, damit es keine zu hohen gesundheitlich Risiken bei Kindern und Mutter gibt.

Die Zwillinge können entweder mit den inneren Organen oder auch mit dem äußeren Gewebe verbunden sein. Es kann schon mal vorkommen, dass ein siamesisches Zwillingspaar nur eine Lunge oder ein Herz hat. In ungefähr 70% der Fälle sind die Verwachsungen im Brustbereich (Thorakopagus), zu 5%im Hüftbereich und zu weniger als 2% im am Kopf (Kraniopagus). Es kann aber auch sein, dass diese im Bauch- (Omphalopagus) oder Steißbereich (Pygopagus) zusammenwachsen.

Siamesische Zwillinge und Trennung
Ob eine chirurgische Trennung möglich ist, ist immer davon abhängig, welche Art der Zusammenwachsung und wie groß deren Umfang ist. Dass beide Zwillinge jeweils alle lebensnotwendigen Organe besitzen und deren stoffwechsel- und lebensnotwendige Prozesse nicht kompliziert miteinander verflochten sind, sind die Voraussetzungen, um eine chirurgische Trennung durchzuführen. Wenn die Zwillinge an der Schädeldecke zusammengewachsen sind, dann kann die Trennung siamesischer Zwilling zwar durchgeführt werden, jedoch ist das Überlebensrisiko eher gering. Durchschnittlich liegt die Sterblichkeitsrate bei 50%, allerdings nur in den ersten 3 Wochen nach der Entbindung. Je länger man abwartet, desto höher das Risiko, dass ein siamesischer Zwilling oder vielleicht sogar beide sterben. In manchen Fällen kann es auch vorkommen, dass der siamesische Zwilling, der weiter entwickelt ist, seinen weniger entwickelten Zwilling als "Parasiten" am Körper trägt, welcher im Extremfall auch nur aus einem tumorähnlichen Zellhaufen bestehen kann.

Bekannte Fälle Siamesischer Zwillinge
Siamesiche Zwillinge. Woher kommt der Name überhaupt? Ein berühmtes thailändisches Zwillingspaar Chang und Eng Bunker (1811-1874) wurde in Siam geboren. Als eine Jahrmarktsattraktion wurden Sie als siamesische Zwillinge bekannt und gaben so dieser Verwachsung Ihren Namen. Mit den zwei Schwestern Adelaide und Sarah Yates zeugten Sie, nachdem Sie sie geheiratet hatten, 22 Kinder. Nachdem die Brüder beide kurz hintereinander gestorben waren, stellte man fest, dass die Verwachsung keine wichtigen Organe betroffen hatte und eine Trennung möglich gewesen wäre.

Ebenfalls ein Fall, wobei jedoch Siamesische Zwillinge getrennt wurden, war der aus dem Iran, bei dem die beiden 29-jährigen Schwestern Ladan und Laleh Bijani am Kopf zusammengewachsen waren. Man versuchte Sie durch eine aufwendige Operation im Jahre 2003 zu trennen, wobei jedoch erst Ladan und dann wenige Stunden später auch Laleh starben. Der hohe Blutverlust und Kreislaufversagen waren die Ursache.

Ebenfalls am Kopf zusammengewachsen waren die einjährigen Zwillinge Lea und Tabea aus Lemgo. Die Operation erfolgte im September 2004, wobei die Ärzte mit einer 50%igen Überlebenschance rechneten. Zunächst wurde die Operation wegen Komplikationen unterbrochen, aber wenige Tage später erfolgte dann die Trennung, bei der Tabea starb. Lea aber war im kritischen jedoch stabilen Zustand und kehrte mehr als 1 Jahr später nach Lemgo zurück.