|
|
|
Selbstmord bei Kindern und Jugendlichen
|
Der Freitod auch Suizid genannt, ist die absichtliche Vernichtung des eigenen Lebens. Es gibt verschiedene Selbstmord Methoden.
Ob Selbstmord durch Pulsadern aufschneiden, Selbstmord durch Erhängen, Selbstmord durch Erschießen, Selbstmord durch Vergiften oder Selbstmord durch Schlaftabletten - die Methoden werden immer kreativer. Aber nicht nur Erwachsene sind teilweise so verzweifelt, dass sie dem eigenen Leben ein Ende bereiten wollen, auch Selbstmord bei Kinder oder Jugendlichen ist keine Seltenheit mehr.
Unter "Sonstige" sind Stürze aus großer Höhe, Aufschneiden von Pulsadern und sich vor den Zug legen zu verstehen.
Neben dem Unfalltod ist der Selbstmord die zweithäufigste Todesursache bei Kindern unter 20 Jahre. Täglich wählen in Deutschland drei Kinder bzw. Jugendliche den selbst herbeigeführten Tod. In Großstädten ist die Zahl der Selbstmorde höher, als
auf dem Land, wobei besonders Großstädte wie Frankfurt und Berlin hohe Zahl vorzuweisen haben.

Auffallend wird bei den Zahlen, dass dreimal mehr Mädchen als Jungs sich das Leben nehmen wollen. Die Suizidversuche führen jedoch bei Jungs dreimal mehr zum Tod als bei den Mädchen. Grund dafür ist, dass das männliche Geschlecht meist die härteren Methoden, wie erschießen, erhängen oder verbrennen wählt. Bei Schülern, liegt die Suizidgefährdung meist höher, als bei Jugendlichen, die schon in der Ausbildung sind. In Sachen Selbstmord wird bevorzugt ein Montag im Frühjahr oder Herbst gewählt.
Früher wurde Menschen, die Ihren Tod selbst herbeigeführt haben, die Beerdigung auf einem Friedhof verweigert und auch heute wird dies in manchen Religionen und Kulturen noch als Schande angesehen.
Die meisten Menschen, die sich das Leben nehmen möchten, kündigen dies vorher an, um ihren Wunsch nach Aufmerksamkeit entgegen zu kommen oder Angehörige unter Druck zu setzen. Man sollte es also nicht verharmlosen, wenn jemand von Selbstmord spricht, denn 85% derjenigen, die die Tat vorher angekündigt haben, haben es dann auch wirklich durchgezogen.
Eltern, deren Kind sich selbst das Leben genommen hat, machen sich oft Vorwürfe und fragen sich oft "Warum?". Da nur jeder zehnte Jugendliche einen Abschiedsbrief hinterlässt, lassen sich nur Vermutungen anstellen und meist suchen Eltern die Schuld bei sich. Man unterscheidet hierbei zwischen Ursache und Auslöser. Die Auslöser haben mit der Ursache eines Selbstmordes meistens wenig zu tun. Ursachen entstehen meist schon in der frühen Kindheit und auch Fehler in der Erziehung können eine Rolle
spielen. Misstrauen, gestörte Familienverhältnisse, Angst fördernde Erziehung, ständige Kritik, Zurücksetzen oder Vernachlässigung des Kindes, sowie eine zu hohe Leistungserwartung können dazu beitragen. In der Regel sind dies die wirklichen
Gründe für einen Selbstmord, es kann aber auch aus anderen Gründen dazu gekommen sein. Aktuelle Anlässe bieten meist den Auslöser. Der Verlust eines Elternteils, sei es durch Scheidung oder Tod, Drogenprobleme, Verkehrsunfall, Kriminalität, sowie Probleme in der Schule bringen Kinder und Jugendliche meist auf suizide Gedanken und lassen ihr Leben schwarz aussehen. Es sind
die Faktoren, die das Fass zum Überlaufen bringen und unüberlegt gehandelt wird. Auch zu großer Wohlstand und somit der Verlust von Freude über gewisse Dinge, Liebeskummer, Nachahmung, Depression oder Misshandlung können Gründe dafür sein, dass ein junger Mensch nicht mehr Leben möchte und aufgibt.
Damit man als Eltern nicht erleben muss, wie das eigene Kind sich das Leben nimmt, kann man vorbeugen, in dem man es genau und viel beobachtet. Jeder Fall ist natürlich anders und eine Beobachtung ist kein Freifahrtsschein auf ein suizidfreies Leben, aber es ist zumindest einen Versuch wert, um sich in dieser Hinsicht Sicherheit zu verschaffen. Kinder die oft die Schule schwänzen, klauen, wenig Interesse an lieb gewonnen Hobbys zeigen, ihre Lieblingssachen verschenken, Freundschaften abbrechen, unter Eß- und Magersucht leiden oder von zu Hause weglaufen sind auffällige Kandidaten.
Zwar ist jede Lebensgeschichte und jeder Mensch anders, doch Menschen, die sich umgebracht haben, haben eines gemeinsam. Sie haben in ihrem kurzen Leben viel Einsamkeit verspürt und fanden keine Hilfe und kein Verständnis. Unsere Aufgabe ist es, mit den Problemen der jungen Menschen sensibler umzugehen und ihnen zu zeigen, wie schön das Leben sein kann.
|
|
|