Impressum  |   Kontakt
Themen Baby Zeit
Service Baby Zeit

Zwänge bei Kindern



Unter Zwangssörungen versteht man psychische Störungen. Betroffene drängen sich selbst Handlungen oder Gedanken auf, die Sie selbst als unangenehm und lästig empfinden, weil sie unnötig und total übertrieben sind. Dennoch zwingen sie sich dazu, diese Handlungen und Gedanken auszuführen, erst dann sind Sie zufrieden. In Verbindung mit Angst können Zwänge ebenfalls gesehen werden, allerdings zählen sie trotzdem nicht zu Angstsörungen im engeren Sinne. Zwischen einer Zwangsstörung und einer zwanghaften Persönlichkeitsstörung gibt es wesentliche Unterschiede.

Die Zwangsgedanken und Zwangshandlungen, die bei einer Zwangstörung vorkommen, nehmen einen rituellen Charakter an. Ideen, Impulse oder Vorstellungen, die sich ständig wiederholen, quälen die Betroffenen und sie können nicht allein durch Willensanstrengung aufgelöst werden.

Bei Zwangsgedanken handelt es sich meist um angstvolle Überzeugungen und Gedanken. Die Patienten haben Angst in eine peinliche Situation zu gerate, Unheil anzurichten und jemandem Schaden zuzufügen. Gedankengänge drängen sich ständig neu auf und müssen auch ständig wiederholt werden, ohne dass es zu einem sinnvollen Ergebnis kommt. Meist bestehen Zwangshandlungen aus Reinigungs- oder Kontrollhandlungen. Es geht dabei um Schuld oder Verunreinigung, die so stark ausgeprägt sein können, dass ein normales Leben dabei unmöglich wird.

Diese Krankheit kommt oft auch schon im Jugendalter, bzw. im frühen Erwachsenenalter unter 30 Jahre vor. Sie nimmt nach und nach zu und verschlimmert sich stetig. Wenn man dagegen nicht therapeutisch vorgeht, dann wird diese Krankheit zu 60% chronisch ihren Weg durch das Leben des Betroffenen machen. Die restlichen 40% geraten besonders unter starken Belastungen in schubweise akute Verschlechterungen.

Die Erkrankung ist geschlechtsunabhängig und auf beide Geschlechter gleichermaßen verteilt. In den 80ern wurde die Zahl der zwangsgestörten Menschen auf 0,05% geschätzt, wobei man bei einer Studie ein paar Jahre später herausfand, dass es tatsächlich mehr als 2% der Bevölkerung sind, die unter einer Störung leidet.

Auch Ängste und Depressionen werden durch Zwänge hervorgerufen und auch Esstörungen, Spielsucht und das Tourette-Syndrom stehen in naher Verbindung zu einer Zwangsstörung und weisen meist ähnliche Symptome auf.

Die Ursachen für Zwänge
Eine definitive Ursache für eine Zwangsstörung ist nicht bekannt. Jedoch vermutet man, dass die Veranlagung in Verbindung mit einer Störung des Hirnstoffwechsels und seelische Ursachen eine Rolle bei der Entstehung dieser Erkrankung eine Rolle spielen. Man nimmt an, dass die Zwänge zum Teil eine Rückentwicklung zum kindlichen Egozentrismus darstellen. Dies wird abgeleitet, durch das Verhalten eines egozentrischen Kindes, wenn es ein bestimmtes Ritual ausführt und dabei Glück empfindet. Es ist danach zufriedengestellt und beruhigt. Wenn man aber durch diese bestimmten Rituale keine seelische Sicherheit mehr erlangt, sonder durch das ständige Wiederholen eine Unzufriedenheit einkehrt, dann ist der Zustand krankhaft. Genaue Ursachen für eine Zwangsstörung bleiben jedoch ungeklärt und sehr spekulativ.

Die Zwangsstörung war bis vor ungefähr 10 Jahre noch relativ unbekannt. Wenn es Betroffene gab, dann fühlten sie sich allein mit Ihrer Krankheit und vielen sehr leicht in starke Depressionen, bis hin zu Selbstmordgedanken. Heute ist das Wissen über Zwangserkrankungen schon viel weiter in der Gesellschaft verbreitet.

Um eine Diagnose dieser Erkrankung sicher zu stellen, muss der Betroffene, seine zwanghaften Handlungsimpulse selbst bemerken. Er muss gegen mindestens einen dieser Zwänge noch Widerstand leisten können und die Zwänge dürfen nicht als angenehm empfunden werden. Die Zwänge bestehen mindestens 14 Tage und sind für den Betroffenen zutiefst unangenehm.

Zwänge bei Kindern
Auch Kinder können unter Zwängen leiden und Ihre Aufgabe als Eltern ist es, diese Erkrankung Ihres Kindes rechtzeitig zu erkennen. Kinder mit Zwangstörung benehmen sich wie folgt:
  • Sie wiederholen ständig die gleichen Handlungen (Händewaschen mehrmals pro Stunde, ständige Kontrolle z. B. ob Türen und Fenster geschlossen sind, ständiges Zählen der Anzahl bestimmter Gegenstände)
  • Ständiges Beschäftigen mit den gleichen Vorstellungen oder Ideen (z. B. Angst vor Verletzung des jüngeren Bruders oder der jüngeren Schwester)
  • Unangenehmenes empfinden und Wehren gegen diese Handlungen
  • der Wille gegen diese Handlungen oder Gedanken vorzubeugen
  • Beim Versuch bestimmte Handlungen zu lassen, bekommt das Kind Angstzustände
  • Dem Kind ist bewusst, dass es seine eigenen Gedanken und Handlungen sind und behauptet nicht, dazu gezwungen zu werden

Diese Situationen sind natürlich nur Anhaltpunkte und sollen keine Diagnose für Zwangserkrankungen darstellen.

Wenn Kinder Zwänge haben, dann kann ihnen durch verschiedene Möglichkeiten für Therapien geholfen werden. Die gesamte Familie wird in die Therapie mit einbezogen. Auch Spieltherapien oder andere tiefenpsychologisch orientierte Therapieverfahren können gegen die Behandlung eingesetzt werden.