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Wenn Kinder nicht essen wollen



Eltern, deren Kinder gerne und regelmäßig essen und eher auf gesunde Kost als auf Fastfood stehen, werden oft beneidet. Mit allerlei Tricks versuchen die Eltern die Nahrungsaufnahme regelmäßiger, umfangreicher und gesünder zu gestalten. Beliebte Tricks sind Vorlesen, Belohnungen und Strafen, ausgiebiges Zureden und Erzählen. Der Grund für das Essverhalten Ihrer Kinder kann sein, dass die Mutter zu schnell abgestillt, immer zu hastig gefüttert hat, während des Essens öfter gestritten wurde etc. Aber auch wenn das Kind unglücklich, unzufrieden oder voller Angst ist, verweigert es das Essen. Vielleicht fühlt Ihr Kind sich auch nicht genug anerkannt und geliebt? Oder ihm machen diverse Probleme in der Familie zu schaffen. Kinder drücken auf diesem Wege Konflikte, die es gerade beschäftigen, aus. Es gibt sogar heutzutage Familien, bei denen nie gemeinsam gegessen wird, sonder jeder vor dem Fernseher isst und das kommunizieren dabei ausbleibt.

Damit das Essen eine harmonische Angelegenheit wird, trifft man sich idealerweise einmal am Tag mit der ganzen Familie zum Essen. Bei diesen Mahlzeiten kann man sich austauschen, was man den Tag über erlebt hat, was noch geplant ist oder was einen gerade so beschäftigt. Fragen Sie Ihre Kinder aber nicht aus, denn dann fallen die Antworten meist ungern und karg. Reden Sie über Ihre Erlebnisse, dann ist das Kind schnell versucht, sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen. Die Mahlzeiten müssen nicht immer am Esstisch sein, sondern können auch mit einem kleinen Picknick nach draußen verlegt werden. Wenn das Kind beim Essen trödelt, sollte man dies kritisieren. Man sollte das Kind nur darauf aufmerksam machen, wie lange man noch ca. am Tisch sitzt und dann abwäscht. Das Kind kann sich der Zeit der anderen anpassen oder es muss alleine Essen, so bleiben Sie konsequent. Erzieherisch fehl am Platz sind Nörgeleien, ständige Aufforderungen, Bitten und Bestechungen.

Erwarten Sie von Ihrem Kind nicht zu viel, denn Kinder bleiben immer Kinder und können nicht immer alles richtig machen und immer brav sein. Gesunde Kinder drängen oft, wenn Sie Hunger haben, dies stellt den Idealzustand dar, aber Kinder sind wie Erwachsene auch Schwankungen unterworfen und haben nicht immer gleich viel Hunger.

Wilde Spiele kurz vor dem Essen sind ungeeignet, vor dem Essen sollte etwas Ruhe einkehren. „Bevor dein Teller nicht leer ist, wird nicht aufgestanden!“ Solche Sprüche sind unangebracht. Denn so will das Kind erstrecht nichts mehr essen. Ratsam ist es dem Kind nur so viel zu Essen zu geben wie es möchte. Man sollte darüber nachdenken, ein Essen, was ein Kind nicht mag durch ein anderes – von den Nährstoffen ungefähr gleichwertig – zu ersetzen und dem Kind hier ein Mitspracherecht einräumen. Gehen Sie mit Ihrem Kind viel an die frische Luft – das fördert den Appetit! Machen Sie Ihrem Kind das Essen schmackhafter, indem Sie den Tisch schön decken, das Essen optisch verschönern (z. B. in Form eines Gesichtes, einer Blume, einem Männchen) und beteiligen Sie Ihr Kind am Herrichten der Mahlzeiten (Rühren, Nudeln in den Topf schütten, Wurst auf den Teller legen etc) oder Tischdecken. Dabei sollte man das Kind immer loben, wie toll es die Aufgaben erledigt. So fühlt sich das Kind beteiligt und möchte natürlich auch von dem Essen kosten, was es „gekocht“ hat.

Im Kindergarten ist es oft so, dass die Kinder kein Frühstück von zu Hause mitbringen, sondern sich am Büffet etwas aussuchen können. Kinder die zu Hause eine einseitige Ernährung erhalten, kommen so auch mal in den Genuss gesunder Nahrungsmittel, wie Obst, Quark, Vollkornbrot und Gemüse.

Sobald das Kind ein Alter erreicht hat, indem es mit den anderen Familienmitgliedern mitisst, können Probleme auftauchen. Denn wie bei uns Erwachsenen kann es vorkommen, dass einem das eine oder andere nicht schmeckt. Man sollte es dem Kind überlassen, was es essen möchte und was nicht. Trotzdem kann man dem Kind vor Augen führen, dass jeder Mal irgendetwas vorgesetzt bekommt, was er nicht mag, dass man es aber dann doch isst. Man kann dem Kind als Ausweichmöglichkeit ein kleines, schnelles Ersatzgericht vorschlagen, sollte es das auch nicht wollen, überlegt es sich zweimal, ob es auf das Angebot doch eingeht oder lieber bis zur nächsten Mahlzeit hungert.

Wenn Sie mit Ihren Kindern zusammen einen Essensplan erstellen, lassen sich Konflikte vermeiden.

Liebesentzug darf niemals mit Essen in Verbindung gebracht werden. Ein anderes Extrem ist, dass Kinder oft aus Frust oder Langweile essen und die Nahrungsaufnahme für sie eine Ersatzbefriedigung darstellt. Sie suchen nach Anerkennung und Zuneigung, was Ihnen leider nicht entgegengebracht wurde. Beim Thema Tischmanieren sollten die Eltern immer darauf achten, dass Sie Ihrem Kind ein gutes Vorbild sind.

Die Kinder schauen sich meist von allein alles von den Eltern ab und das Thema Tischmanieren kann so einfach und unkompliziert übersprungen werden. Üben sich die Eltern in Gelassenheit, so sind die Kinder viel weniger geneigt, Widerstand zu zeigen. Wenn ein Kind satt ist, sollte man dies akzeptieren. Schon als Baby zeigt sich, wann die Kleinen satt sind. Sie schupsen die Flasche weg und spucken die Milch wieder aus. Zwingt man ein Kind zum Essen, so hat es das Gefühl, dass die Eltern sich nicht dafür interessieren, was Sie fühlen und es nicht ernst nehmen.