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Trotzphasen



"Trotze, so bleibt dir der Sieg."
Friedrich Hebbel
18.03.1813 - 13.12.1863
deutscher Dichter

In der Entwicklung Ihres Kindes gibt es einen Übergangsabschnitt vom 2.-4. Lebensjahr, welche auch die Trotzphase beim Baby oder auch Kleinkind genannt wird. In dieser Zeit zeigt sich zum ersten Mal der kindliche Selbstbehauptungswille. Es fängt dann an, wenn sich das Kind als eigenständige Person wahrnimmt und merkt, dass es mit seinem Können auf andere einwirken kann. Kinder trotzen in jungen Jahren, weil sie sich in Ihrer Bewegungs- und Entscheidungsfreiheit eingeschränkt fühlen und Ihnen Eigenschaften wie Geduld und Ausdauer noch nicht gegeben sind. Erst wenn Ihr Kind lernt, abwarten zu können, Spannungen angemessen halten zu können und die sprachliche Entwicklung fortgeschritten ist, lassen die Trotzphasen nach.
Und weil es so schön war, war das mit der Trotzphase für Kinder auch nicht das letzte Mal. Die zweite Trotzphase bei Kindern zeigt sich in der Pupertät, in der die Heranwachsenden sich absichtlich und nicht selten entgegen der eigenen Überzeugung gegen die Eltern wenden. Da sich Ihr Kind in dieser Phase schon zum eigenständigen Individuum entwickelt hat, heisst es für Eltern: Ruhig bleiben in der Trotzphase! Viel Spaß! ;-)


Der Umgang der Eltern mit der Trotzphase beim Kind



Während Ihr Kleinkind der Trotzphase verfallen ist, sollte man seinem Kind, die Wutausbrüche, die es gelegentlich haben wird, nicht nachtragen, weil es sich sonst zurückgewiesen fühlt und es noch mehr verunsichern wird. Man sollte versuchen kleine Brücken einzubauen, wenn das Kind aus dem Trotz nach dem Wutanfall nicht mehr herausfindet. Kleine Ablenkungen sind da gar nicht so schlecht. Jedoch sollte man während eines akuten Wutanfalles nicht versuchen, dass Kind zu beruhigen, denn es hat seine Gefühle in diesem Moment einfach nicht im Griff. Achten Sie aber darauf, dass das Kind nicht frech wird, oder weisen Sie es darauf hin, falls es soweit kommt und weisen Sie es in die Schranken. Bestehen Sie darauf, dass das Kind die Regeln des Zusammenlebens in der Familie einhält. Billigen Sie ihrem Kind viel Selbstständigkeit zu, um sein Selbstbewusstsein und sein Selbstwertgefühl zu stärken.


Die Trotzphasen der Kinder in der Sprachentwicklung
Kinder drücken sich im ersten Fragealter von ca. 1,5 Jahren mit ihrem geringen Wortschatz von etwa 50 Wörtern alle ihre Bedürfnisse und Wünsche aus. Wenn die Eltern mit „ja“ antworten, wird dies vom Kind als positiv bewertet. Antworten die Eltern mit „nein“ dann wertet das Kind diese Antwort als negativ und wird trotzig. Da das Kind noch nicht mit Worten ausdrücken kann, was sein eigentliches Ziel ist, versucht es, durch die auf ein geäußertes Bedürfnis folgende Trotzreaktion, die nötige Aufmerksamkeit der Eltern zu bekommen. Allerdings tritt dies nicht bei allen Kindern in diesem Alter auf. Mama, warum ist der Stuhl auf dem Bild blau und nicht rot? Warum heißen Wolken Wolken? Warum ist die Banane krumm? Wieso? Weshalb? Wie? Wozu? Tausend fragen und man weiß meist nicht, was man eigentlich darauf antworten soll. Diese zweite Fragephase beginnt meist ab 4. und 5. Lebensjahr, wenn die Kinder einen fortgeschrittenen Wortschatz besitzen. In dieser Phase widersprechen die Kinder Ihren Eltern oft und werden bockig, stur.