|
|
|
Gaumenspalte
|
Eine Gruppe von relativ häufig vorkommenden angeborenen Fehlbildungen ist die Lippen - Kiefer - Gaumenspalte bei Babys und Kindern. Sie haben die Gemeinsamkeit, dass sich in der embryonalen Entwicklung Teile des Mundes nicht richtig entwickeln. Die Lippenspalte wird oft als Hasenscharte benannt und die Gaumenspalte als Wolfsrachen. Von betroffenen werden diese als Diskriminierung aufgefasst, außerdem sind die Begriffe schon veraltet.
Jedes Kind entwickelt sich während der Schwangerschaft wie folgt: beide Teile des Gesichts entwickeln sich getrennt und erst später wachsen Sie zusammen. Am Anfang entstehen aus dem ersten Kieferbogen zwei Nasenwülste und zwei Oberkieferwülste auf beiden Seiten des Babys. Die vorne liegenden Teile verschmelzen zwischen der 5. und 7. Woche der Schwangerschaft mit dem linken und rechten Nasengeschwulst und bilden so das Zwischenkiefersegment. Daraus entwickeln sich später der mittlere Teil der Oberlippe und der mittlere Teil des Oberkiefers, samt 4 Schneidezähnen. Der linke und der recht Oberkieferwulst verwachsen dann mit der weiteren Entwicklung mit den schon verschmolzenen Nasenwülsten. Der linke und der rechte Teil der Oberlippe entstehen aus entstehen aus den Oberkieferwülsten zu beiden Seiten der Oberlippe. Der linke und der rechte Teil des Oberkiefers verwachsen gleichermaßen mit beiden Seiten der Schneidezähne. Wenn dieser Prozess nicht vollständig oder gar nicht vollzogen wird, dann kommt es zu einer Lippenspalte oder Kieferspalte. Sie kann die rechte oder linke Seite betreffen. Je nachdem wie schwerwiegend die Störung auftritt, sind verschiedene Stellen der Oberlippe
betroffen.
Wenn der Fötus etwas 75 mm groß ist, d. h. zwischen dem zweiten und dritten Monat der Schwangerschaft, ist es Zeit für die Verschmelzung der Gaumenfortsätze des linken und rechten Oberkieferwulstes. Daraus entstehen der weiche Gaumen mit dem Zäpfchen und der harte Gaumen. Mit dem vorne liegenden Zwischenkiefersegment wachsen die Gaumenfortsätze zusammen, wobei die gemeinsame Vereinigungsstelle das Gaumenloch ist. Die Verknöcherung des vorderen Teils führt zur Entstehung des harten Gaumens, während der hintere Abschnitt den weichen Gaumen und das Zäpfchen bildet. Wenn bei dieser Vereinigung etwas schief geht, dann hat dies eine Gaumensegelspalte zur Folge.
Ursachen
- Erbkrankheit: erhöhtes Risiko bei Vorkommen dieser Störung in der Familie
- Rauchen der Mutter
- ionisierende Strahlung
- Krankheit der Mutter in der Schwangerschaft zum Beispiel Röteln
- Sauna
- Vitaminmangel oder Überdosierung der Vitamine E und A
- Alkohol während der Schwangerschaft
- Sauerstoffmangel während der Entwicklung des Embryos
Auswirkungen einer solchen angeborenen Fehlbildung können Atembeschwerden, Sprachfehler, Sprachentwicklungsstörungen, Zahnfehlstellungen, Probleme beider Nahrungsaufnahme und psychische Probleme, wegen mangelnder Akzeptanz durch das Umfeld sein.
|
|
|