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Vorsorgeuntersuchung bei Kindern
Je früher man eine Störung in der Entwicklung des Kindes erkennt, desto besser kann dem Kind geholfen werden. In den ersten 12 Monaten werden deshalb regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen bei Babys durchgeführt, dessen Ergebnisse der Arzt ein gelbes Vorsorgeheft einträgt, das die Eltern bei der Geburt Ihres Babys bekommen haben.
U1 Die erste Untersuchung findet unmittelbar nach der Geburt statt. Es wird untersucht, ob das Baby die Geburt gut überstanden hat. Die Hebamme oder der Arzt überprüft die Hautfarbe, die Atmung, die Herztätigkeit, den Muskeltonus und die Reflexe. Die Apgar-Werte, d. h. die Ergebnisse der Untersuchung, sollten zwischen 8 und 10 liegen.
U2 Die zweite Untersuchung ist die Basisuntersuchung und erfolgt in der ersten Woche nach der Geburt. Der Kinderarzt prüft die Reflexe und ob das Knochengrüst in Ordnung ist. Dem Baby wird für einen Stoffwechseltest Blut aus der Verse entnommen. U3 Die dritte Untersuchung findet in der 4. bis 6. Woche nach der Entbindung statt. Der Arzt misst den Kopfumfang, der die Entwicklung des Kindes wiederspiegelt und ob die Fontanellen (Öffnungen der Schädeldecke) noch offen sind. Er spreizt die angewinkelten Beine des Baby, um zu untersuchen ob die Hüfte ok ist. Außerdem fragt er Mutter und Vater, wie Sie mit dem Neugeborenen zurecht kommen.
U4 Im 3. bis 4. Monat folgt die 4. Untersuchung, bei der die Entwicklungsstörungen, die jetzt erkannt werden, erfolgreich behandelt werden können. Auf die Beobachtung hin, wie das Kind den Kopf hält, ganz gleich nach welcher Seite, und ob das Baby auf Geräusche reagiert, testet der Arzt die motorische Entwicklung.
U5 Die 5. Untersuchung erfolgt im 6. bis 7. Monat, bei der Arzt mit dem Kind spielt und es dabei untersucht. Dabei beobachtet er, ob das Kind den Blickkontakt hält und gezielt greifen kann. Er untersucht die Augen, tastet die Organe ab und prüft, ob das Kind bereits den Oberkörper mühelos aufrichtet und sein Gleichgewicht einigermaßen halten kann.
U6 Im 10. bis 12. Monat folgt die 6. Untersuchung nach der Geburt. Der Arzt untersucht nicht mehr wirklich, sonder beobachtet das Kind mehr. Er notiert, was das Kind macht – wie es krabbelt und sitzt oder sich an den Möbeln hochzieht, ob es sich aufrichtet und spielt oder sogar schon die ersten Schritte wagt. Man sollte das Kind nicht gerade dann untersuchen lassen, wenn es sich gerade in der Fremdelphase befindet.
U7 Nach den Arztbesuchen, die man nach dem 12. Monat so zwischendurch mal macht, erfolgt die 7. Vorsorgeuntersuchung erst im 21. – 24. Monat. Da sich viele Kinder zu dem Zeitpunkt meist in der Trotzphase befinden, muss man für diese Untersuchung viel Geduld mitbringen. Der Arzt untersucht, ob das Kind geistig, als auch körperlich gut entwickelt ist, wie weit das Sprechen funktioniert, ob es aufrecht, eine Treppe hochsteigen kann, wenn es sich dabei am Geländer festhalten kann, ob es durchschläft und mit Gabel oder Löffel ist und ob es die Eltern darauf aufmerksam macht, dass die Windeln voll sind. Außerdem wird mit den Eltern besprochen, ob die Zähne regelmäßig geputzt werden, denn auch bei 3-4 Zähnchen ist das wichtig.
U8 Die 8. Untersuchung erfolgt, wenn das Kind 3-4 Jahre alt ist. Wieder wird es von Kopf bis Fuß untersucht. Ein Seh- und Hörtest wird vorgenommen und auch das Sprechen wird überprüft. Auch das Verhalten wird gecheckt. Der Arzt beobachtet, ob das Kind sich von seiner Mutter trennen kann, ob es mit anderen Kindern spielt, wie lange es sich alleine beschäftigen kann und ob es tagsüber trocken ist. Dabei wird auch festgestellt, ob das Kind für den Kindergarten schon reif ist. Auch eine Urinprobe wird gemacht, denn dadurch können Harnwegsinfekte ausgeschlossen werden.
U9 Die 9. Untersuchung nennt man auch die Vorschuluntersuchung. Wieder wird die körperliche Gesundheit überprüft und es wird nach Fehlentwicklungen gesucht. Besonders im Vordergrund stehen bei dieser Untersuchung die Feinmotorik, die Sprachentwicklung und die Koordinationsfähigkeit. Es wird untersucht, ob das Kind eine gute Körperhaltung hat, ob es genügend Muskelkraft hat, ob es bis 10 zählen kann, ob es Entfernungen grob einschätzen kann, ob es ein ungefähres Zeitgefühl hat, ob es seinen eigenen Namen und seine Adresse weiß und ob es sich die Namen der Freunde merken kann. Um die Entwicklung einschätzen zu können, kommt es vor, dass der Arzt das Kind ein Bild malen lässt, denn die Kreativität sagt viel aus
U10 oder J1 Diese findet im 12. bis 14. Lebensjahr statt und ist nun die vorläufig letzte Besuchung. Sie findet in der Pubertät des Kindes statt – in seiner schwierigsten Phase. In der Pubertät wollen Kinder kein Kind mehr sein, kommen aber in der Welt der Erwachsenen ebenfalls nicht zurecht. Im Allgemeinen tritt die Pubertät bei Jungs erst etwas später auf, als bei Mädchen. Jungs sollten daher eher im 14. Lebensjahr, also etwas später untersucht werden. Die Jugendlichen kommen nun auch manchmal schon allein zum Arzt Ihres Vertrauens. Zuerst wird ein Fragebogen ausgefüllt und danach unterhält sich der Arzt alleine mit Ihrem Kind. Damit geben Sie Ihrem Kind eine kleinen Vertrauensschub, sich bei einem Fachmann Rat zu holen, der nicht zur Familie gehört. In dieser Untersuchung wird auch das Blut untersucht, um den Cholesteringehalt und die Funktion der Schilddrüse festzustellen. Die körperliche Untersuchung beinhaltet die Untersuchung der Entwicklungsstadien der Pubertät, wie z. B. ob das Mädchen schon Ihre Tage hat, Weißfluss auftritt, schon Schambehaarung vorhanden ist und die Brust richtig entwickelt ist. Bei Jungs wird untersucht, ob der Kehlkopf sich bereits vergrößert hat, bzw. schon ein Stimmbruch vorhanden ist, Bartwuchs, sowie Scham- und Achselbehaarung schon vorhanden sind und ob der Junge über "feuchte Träume" mit Samenerguss berichtet. Außerdem wird bei beiden Geschlechtern die Wirbelsäule genau untersucht, die Sinnesorgane gestestet und die Organe gecheckt. Außerdem untersucht der Arzt das Essverhalten und ob das Kind an Übergewicht bzw. Untergewicht leidet.
Nach der körperlichen Untersuchung führt der Arzt mit Kind auch noch ein Gespräch über die Probleme des Kindes. Sei es Drogenanhängigkeit, Empfängnisverhütung oder anderes, was einen Jugendlichen heutzutage beschäftigt.
Körperlänge und Kopfumfang werden bei jeder Untersuchung gemessen. Auch die
inneren Organe werden abgehört und abgetastet, sowie die Haut des Babys begutachtet
und die Reflexe, die motorische Entwicklung und die Geschlechtsteile untersucht.
Der Arzt will auch von Anfang an etwas von der Krankengeschichte der Familie wissen,
weil das Baby bei Allergikern oder Brillenträgern ein erhöhtes Risiko hat, diese
Schwächen vererbt zu bekommen. Sollte Ihr Baby völlig gesund sein, suchen Sie
trotzdem regelmäßig einen Arzt auf, um sich zu vergewissern, dass es dem Baby
weiterhin gut geht. Die Eltern sollten sich vor jeder anstehenden Untersuchung
vorbereiten und aufschreiben, welche Fragen oder Probleme es gibt.
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