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Wurmerkrankungen bei Kindern



Erkrankungen, die durch parasitische Würmer ausgelöst werden, nennt man Wurmerkrankungen oder Helminthias. Man kann, je nach Art des Befalles feststellen, ob es sich um den Zwischenwirt oder den Endwirt handelt. Die Würmer, die für Menschen von Bedeutung sind, zählen zu den Plattwürmern (Bandwürmer und Saugwürmer) oder zu den Fadenwürmern. Diese werden aufgrund Ihres runden Querschnitts auch als Rundwürmer bezeichnet.

Phasen der Infektion:
patente Infektion
Die Wurminfektion beginnt mit der abgeschlossenen Entwicklung der Würmer bis hin zur ausgewachsenen, eierlegenden Wurmkultur und damit, dass erste Fortpflanzungsprodukte in den Körperausscheidungen zu sehen sind.

präpatente Infektion
Die Aufnahme infektionsfähiger Wurmstadien in einen Organismus. Diese hält an, bis sich der Wurm voll entwickelt hat und der Eindringling ausgewachsen ist und Eier legt und erste Fortpflanzungsprodukte in den Körperausscheidungen zu sehen sind.

Behandlung Wurmerkrankungen
Wurmerkrankungen werden mit Antihelminthika behandelt, wobei die Behandlung mit Praziquantel bei Bandwürmern und Schistosomen, sowie bei Rundwürmern verträglicher und wirkungsvoller ist.

Die Symptome für eine Wurmerkrankung hängen von der Art des Wurmes ab:

Rundwürmer
Peitschenwurm
Seinen Namen hat der Peitschenwurm durch seinen langen dünnen Schwanz. Er sitzt in der Darmschleimhaut fest, ist Nahrungskonkurrent und kann Bauchweg hervorrufen. Die Eier werden in der Darmschleimhaut abgelegt, wo sich dann die Larven zum Wurm heranwachsen. Die Eier können von anderen Menschen mit der Nahrung aufgenommen werden. Und so sieht ein Peitschenwurm aus

Hakenwürmer
Bei längerer Kontaktzeit, ca. mindestens 20 Minuten, kann die Larve dieser Würmer die Haut durchdringen. Ein gutes Beispiel ist hier Barfußgang über eine Kloake. Wenn der Wurm ausgewachsen ist, dann legt er im Darm Eier und die Larven schlüpfen noch im Darm. Diese werden ausgeschieden. Bild eines Hakenwurms

Madenwürmer
Dieser 1 cm lange weiße nichtinvasive Wurm kommt auf der ganzen Welt vor. Seine Nahrung ist der Nahrungsbrei im Darm. In der Nacht kriechen die Weibchen nach draußen und legen auf der Analhaut Ihre Eier ab. Die Eier verursachen starken Juckreiz, dadurch und dem damit verbundenen Kratzen werden die Eier auf die Umgebung verteilt und über die Finger in den Mund wieder aufgenommen. Außer dem Juckreiz treten keine weiteren Symptome auf. Man kann die kleinen Würmer auch bei genauem Hinsehen im Kot erkennen. Um die Diagnose für einen Wurmbefall zu stellen, werden die Eier mit einem Klebeband von der Haut genommen. Kontaktpersonen müssen untersucht werden und Kleidung, Umgebung, sowie Bettwäsche des Patienten müssen desinfiziert werden. Bild eines Madeswurms

Spulwürmer
Der weltweit häufigste Wurm ist der Spulwurm. Er vermehrt sich ähnlich wie der Peitschenwurm, allerdings durchdringen die Larven des Spulwurms die Darmwand und gelangen so durch die Blutbahn in die Lunge. Die Wand der Lungenbläschen wird hier durchbrochen. Durch Aufhusten werden die Würmer über die Luftröhre in den Rachen transportiert und von dort über die Speiseröhre wieder in den Magen bis hin zum Darm transportiert. Dabei zeigt sich seine Verwandtschaft zu den Tropenwürmern. Die Larven der Tropenwürmer werden über die Haut aufgenommen und finden so Ihren Weg zum Darm, wo sie Ihre Nahrung herbekommen. Bild eines Spülwurms

Trichine
Der Wurm schafft Larven, die durch die Darmwand dringen und sich über das Blut verbreiten. Er bildet Zysten auf der Muskulatur, damit sie vom nächsten Lebewesen aufgenommen werden können. Dieser Zyklus der Vermehrung ist ähnlich mit dem des Schweinebandwurms. Wenn man befallenes Fleisch isst, infiziert man sich ebenfalls mit dem Virus. Bild einer Trichine


Bandwürmer
Bei den Bandwürmern muss man zwischen Endwirt und Zwischenwirt unterscheiden. Der Endwirt trägt die Würmer im Darm, während der Zwischenwirt die Larven über die verunreinigte Nahrung aufnimmt. Diese Larven des Zwischenwirts durchdringen die Darmwand und setzen sich als Finnen in der Muskulatur ab. Somit wird bezweckt, dass der Endwirt diese frisst. Der Mensch kommt nur als Fehlzwischenwirt in Frage, weil er in der Regel nicht gefressen wird. Nur beim Schweinebandwurm und beim Rinderbandwurm ist der Mensch ein Endwirt, weil der Wurm im Darm mit dem Menschen eine Kommensale (Form des Zusammenlebens zweier artfremder Organismen) bildet. Im Gegensatz zu Rundwürmern sind Bandwürmer viel länger und man findet seine abgefallenen Bandwurmglieder im Stuhl. Bild eines Bandwurms

Bilharziose
Diese kommt vor allem in Ägypten am Nil vor, aber auch an Flüssen, die im nahen und fernen Osten beheimatet sind. Besonders bei Baden im ufernahen Wasser werden Sie durch bestimmte Schnecken übertragen. Die Gabelschwanzzerkarie schlüpft aus Ihren Eiern und ist etwas 1 mm lang. Sie durchdringt die Haut und nistet sich so lange in der Blutbahn ein, bis aus ihr ein etwa 1 cm langer Wurm wird. Seine Eier gelangen durch Verletzungen der Gefäße in die Blase oder in den Darm, wo Sie dann ausgeschieden werden. Aus den Eiern schlüpft die Wimpernlarve. Diese infiziert wieder die Schnecken. Nach Jahren noch kann die Infektion durch blutigen Stuhl oder Urin auffallen, jedoch ist Sie nicht von Mensch zu Mensch übertragbar.