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Schwere Krankheit
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Wenn ein Familienmitglied eine schwere Krankheit hat, dann belastet dies die ganze Familie.
Werde ich wieder gesund? Welche Behandlungen kommen auf mich zu? Helfen diese gegen die Krankheit? Werde ich sterben? Diese und andere Fragen schwirren in den Köpfen der Familie herum und belasten das Familienleben enorm.
Alle Gedanken, Ängste und Hoffnungen sind nur noch auf diese Situation ausgelegt und lassen keinem Familienmitglied Ruhe.
Kinder haben sehr feine Antennen und merken sofort, wenn etwas nicht stimmt.
Wenn man nicht mit seinem Kind darüber spricht und es nichts über Krankheiten weiß, dann kann es sein, dass es Schuldgefühle entwickelt. Es malt sich aus, es sei an der Krankheit Schuld, weil es böse oder unartig war und denkt natürlich gleich an das Schlimmste. Deswegen müssen Sie dafür sorgen, dass Ihr Kind darüber Bescheid weiß, dass keiner etwas für die Erkrankung kann.
Viele Eltern möchten Ihren Kindern ungern Sorgen bereiten und wissen nicht, in wie fern Sie ihnen von der Krankheit erzählen sollen und wie sehr sie die Kinder damit belasten.
Da man es ohnehin nicht total verbergen kann, wenn etwas nicht in Ordnung ist, muss man mit dem Kind über die neue Situation sprechen. Muten Sie ihrem Kind dabei aber nicht zu viel zu. Kinder schützen sich selbst. Sie stellen erst die nächste Frage, wenn sie die ersten Auskünfte verarbeitet haben. Es ist aber wichtig, dem Kind zu erklären, dass es schlimme und nicht so schlimme Krankheiten gibt. Kleinere Kinder meinen sonst, man könnte an einer Erkältung sterben.
Es ist vor allem wichtig, dass Sie Ihrem Kind Geborgenheit, Sicherheit und Nähe bieten, auch wenn es gar nicht traurig und in Sorge wirkt, es kann auch in solchen Phasen spielen und fröhlich sein. Bei manchen Kindern könnte man meinen, dass sie die schwere Erkrankung von Mutter und Vater nicht interessiert, aber Sie stellen einfach weniger fragen, weil Sie mit Rückzug darauf reagieren. Nägelkauen, Aggressionen, Weinen oder Bauchschmerzen bei Kindern sind Symptome dafür, dass es sich sehr mit der Situation beschäftigt und diese sie belastet.
Wenn Kinder und Jugendliche schwer erkranken, müssen Sie erstmal mit der Diagnose zu Recht kommen. Eine lange und oft schmerzhafte Behandlung steht Ihnen bevor und Sie werden aus Ihrer alltäglichen, vertrauten Welt herausgerissen und müssen die nächste Zeit im Krankenhaus verbringen.
Kinder spüren genau, was um Sie herum passiert. Wenn Sie zum Beispiel auf der Krebsstation sind und die anderen Kinder sieht, denen es besser oder schlechter geht, ist es auch gezwungen, sich mit dem Thema Tod auseinander zu setzten.
Auch für die anderen Familienmitglieder ist es nicht einfach mit der Situation um zu gehen. Der ganze Lebensplan der Familie scheint verplatzt vor Ihren Augen. Angst und Ungewissheit hängen über der Familie wie ein dunkler Schatten. Lange Klinikaufenthalte, Operationen und Chemotherapie werden meist von der Mutter begleitet und der Rest der Familie muss versuchen zu Hause alleine zu Recht zu kommen.
Wenn Ihr Kind droht zu sterben, dann wird dies meist durch therapeutische Unterstützung oder das Treffen mit Selbsthilfegruppen begleitet.
Da die Sorgen der Eltern sich meist auf das erkrankte Kind beschränken und ihm jede freie Minute gewidmet wird, fühlt sich die anderen Geschwister meist vernachlässigt. Sie müssen manchmal mit einer wochenlangen Trennung von der Mutter zu Recht kommen und werden von Freunden oder Verwandten betreut.
Sie benötigen ebenfalls jemanden, dem sie sich anvertrauen können, denn Sie haben mit einer Flut von Gefühlen zu kämpfen: Angst, Mitgefühl, Wut, Eifersucht, Bangen und Hoffen.
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