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Sorgerecht nach Scheidung
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Es gibt seit 1998 ein neues Kindschaftsrecht, das von einem grundsätzlichen Fortbestand der gemeinsamen elterlichen Sorge ausgeht. Die gesunde Entwicklung des Kindes wird dadurch betont. Die meisten Eltern können dem Kind zu Liebe Ihre Streitigkeiten beiseite schieben und haben sich mit dem Umgang und dem Unterhalt für das Kind geeinigt. Sie haben ein gemeinsames Sorgerecht.
Die wichtigen Erziehungsaufgaben und die Verantwortung werden von beiden Elternteilen, wenn Sie das Sorgerecht gemeinsam haben, weiterhin gemeinsam getragen. Wichtige Entscheidungen, wie Dinge, die die Schule oder den Kindergarten betreffen, werden nicht ohne Rücksprache mit dem anderen Elternteil entschieden. Dies heißt aber nicht, dass Sie alles mit dem ehemaligen Partner zusammen entscheiden müssen. Bei Angelegenheiten, die das tatsächliche Leben betreffen, wie die Organisation des täglichen Lebens, die Kleidung, die Hausaufgaben oder Arztbesuche mit Kindern bei nicht schwerwiegenden Erkrankung, trifft der Elternteil, bei dem das Kind lebt, die Entscheidung. Bei Entscheidungen für Operationen, teure Sportarten, Schulwechsel oder dem Aufenthalt eines Kindes, muss der andere Elternteil hinzugezogen werden und eine gemeinsame Entscheidung getroffen werden.
Normalerweise ist es so, dass sich die Eltern das Sorgerecht für das Kind teilen und die Sache unter sich klären. Das Gericht und der Anwalt für Sorgerecht wird erst hinzugezogen, wenn man alleiniges Sorgerecht beantragen will. Einer der beiden Elternteile kann einen Antrag auf alleiniges Sorgerecht einreichen. Dabei kommt es noch darauf an, ob der andere Elternteil diesem zustimmt. Wenn ja, dann werden Urteile übers Sorgerecht abgegeben und das Sorgerecht der Mutter oder dem Vater übergeben. Dieser Elternteil hat dann das alleinige Sorgerecht und auch die alleinige Entscheidungsfreiheit, was das Kind betrifft.
Falls nicht, erhält der Antragssteller das Sorgerecht nur dann, wenn zu erwarten ist, dass es dem Kind dadurch besser gehen würde.
Alleiniges Sorgerecht für den Vater
Ein alleiniges Sorgerecht für den Vater nach einer Trennung kommt sehr selten vor. Zu 95% wird das alleinige Sorgerecht für die gemeinsamen Kinder
der Mutter zugesprochen. Bei Kindern unter 6 Jahren bekommen in fast 100% der Fälle, die Mütter das Sorgerecht. Besonders schlimm ist es für den
Vater, wenn im Streit mit der Mutter auseinandergeht und so vollkommen den Kontakt zu seinen Kindern verliert. Statistiken haben ergeben, dass
über die Hälfte der Väter schon nach 2 Jahren keinen Kontakt mehr zu Ihren Kindern haben. Man sollte als Vater aber nicht gleich von Anfang an
aufgeben und auf das Sorgerecht verzichten. Allerdings sollten Sie sich vorher Klaren darüber sein, dass Sie so auf einen großen Teil Ihrer Freizeit
verzichten. Sie sollten das Sorgerecht anstreben, wenn Sie die Kinder auch wirklich wollen und sich nicht nur an Ihrer Ex-Frau rächen wollen.
Wenn di Frau sich bisher immer mehr um die Kinder gekümmert hat, als sie, weil sie voll berufstätig sind oder die Kinder bereits bei der Mutter sind
und auch dort bleiben möchten, stehen die Chancen auf das alleinige Sorgerecht für Väter sehr schlecht.
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