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Diabetes in der Schwangerschaft
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Grundsätzlich muss man unterscheiden zwischen einer Diabetikerin Typ 1 oder Typ 2, die schwanger wird und einer Patientin, die im Laufe der Schwangerschaft einen Diabetes (Gestationsdiabetes) entwickelt.
Alle Diabetikerinnen des Typ 1 oder Typ 2 müssen über Schwangerschaft und Empfängnisverhütung informiert sein. Denn es ist erwiesen, dass sich durch eine normale Blutzuckereinstellung vor der Empfängnis und in der Frühschwangerschaft die erhöhten Raten an Fehlbildungen und Fehlgeburten bei Diabetikerinnen fast vollständig vermeiden lassen. Sprechen sie dazu aber unbedingt mit ihrem behandelnden Arzt!
Die Gestationsdiabetes, die sich während der Schwangerschaft entwickelt, ist eine Störung des Zuckerstoffwechsels, die erstmalig während einer Schwangerschaft auftritt. Dieser entwickelt sich bei bis zu 13 % aller Schwangerschaften, erkannt und behandelt werden jedoch nur ca. 2 %.
Auslösende Faktoren sind u. a. hormonelle Veränderung in der Schwangerschaft, die zu einer Insulinresistenz führen. Voraussetzung ist aber eine erbliche Veranlagung.
Die Stoffwechselstörung tritt meist in der 28.-30. Schwangerschaftswoche auf und ist umso schwerer, je früher sie auftritt. Bei den meisten Diabetikerinnen jedoch normalisiert sich der Blutzucker noch im Wochenbett. Zur Abklärung eines weiter bestehenden Diabetes Typ 2 sollte unbedingt 3-4 Monate nach der Entbindung ein Blutzucker-Belastungstest in der betreuenden Praxis durchgeführt werden.
Die mütterlichen Risiken bei Gestationsdiabetes bestehen hauptsächlich in einer Häufung von Harnwegsinfekten und Erkrankungen, die mit einer Blutdruckerhöhung einhergehen. Die Kaiserschnittrate ist deutlich erhöht.
Ein häufiges Auftreten ist bei Frauen zu erwarten, die
Über dem 30. Lebensjahr sind
übergewichtig sind
einen Gestationsdiabetes in vorheriger Schwangerschaft hatten
nahe Verwandte mit Typ 2 Diabetes haben.
Während der Schwangerschaft kann es gegenüber gesunden Schwangeren wesentlich häufiger zu Fehlgeburten kommen. Ebenso ist die Gefahr einer Frühgeburt mit allen damit verbundenen Risiken deutlich erhöht. Das Absterben des ungeborenen Kindes im letzten Schwangerschaftsdrittels droht genauso wie der Tod des Babys während der Zeit um die Entbindung herum. Die Rate der Geburtsverletzungen ist wegen der Kindsgröße, die auf Grund des Hyperinsulinismus entstehen kann, ebenso deutlich erhöht.
Ist das Kind dann geboren, muss mit kindlichen Hypoglycämien gerechnet werden, die kindliche Hirnschäden auslösen können. Ausgeprägte Gelbsucht, Anpassungsprobleme, Krämpfe oder ein Atemnotsyndrom sind häufig bei Babys von Gestationsdiabetikerinnen anzutreffen. Ein Screening für alle Schwangeren wäre wünschenswert, denn bei rechtzeitiger Diagnose und anschließender Therapie können die Risiken zu fast 100 Prozent ausgeschaltet werden. Der geeignete Zeitpunkt für Schwangere ohne Risikohinweis liegt zwischen der 27. und 32. Schwangerschaftswoche.
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